
Zwei mit den Vorgängen vertraute Personen teilten Reuters am 3. Juni mit, dass bei dem SpaceX-IPO eine Struktur mit ausschließlich neuen Aktien zum Einsatz kommt. Ziel sei eine Platzierung mit einer Bewertung von 1,75 Billionen US-Dollar (einschließlich Green-Shoe-Option), um mindestens 75 Milliarden US-Dollar einzusammeln. SpaceX plane den Börsengang an der Nasdaq unter dem Aktienkürzel „SPCX“. Elon Musk habe zugestimmt, alle von ihm gehaltenen SpaceX-Aktien für 366 Tage zu sperren.
Lock-up-Fristen und Aktionärsstruktur bestätigt durch die SpaceX S-1-Unterlagen
Laut den in der S-1-Einreichung bestätigten Konditionen:
Musk: Alle Anteile werden für 366 Tage gesperrt, beginnend ab dem IPO-Tag (12. Juni 2026)
Andere bestehende Aktionäre: gestufte Lock-up-Phase von 180 Tagen; Entsperrbedingungen gekoppelt an Erreichungsvoraussetzungen wie Gewinnberichte und dass der Aktienkurs über dem IPO-Ausgabepreis liegt
Mitarbeiter- und Familienangehörigen-Plan (Directed Share Program): etwa 5% aller Anteile, ohne Lock-up-Phase
Wie in den S-1-Unterlagen bestätigt, behält Musk nach dem Börsengang durch eine Doppelaktienstruktur eine Stimmrechtskontrolle von etwa 85,1%. Da das IPO ausschließlich neue Aktien vorsieht, werden bestehende Aktionäre im Rahmen dieses IPO keine Barmittel aus der Aktienveräußerung abschöpfen.
SpaceX-Bitcoin-Bestand: S-1-Mengen und Ketten-Mapping-Lücke
Die S-1-Unterlagen bestätigen, dass SpaceX in der Bilanz 18.712 BTC hält, mit Anschaffungskosten in Höhe von 661 Millionen US-Dollar. Bei einer Bewertung auf Basis des Monats April 2026 beläuft sich der Wert auf 1,293 Milliarden US-Dollar; der Buchgewinn liegt demnach bei rund 632 Millionen US-Dollar.
On-Chain-Daten von Arkham Intelligence per April 2026 bestätigen lediglich 8.285 BTC, die mit dem SpaceX-Bitcoin-Tresor zusammenhängen. Die übrigen rund 10.427 BTC wurden in der Kette noch nicht den entsprechenden Adressen zugeordnet. Arkham Intelligence führt diese Lücke darauf zurück, dass Unternehmensadressen, die noch nicht öffentlich gemappt wurden, noch nicht zugeordnet sind.
Vor-IPO SPCX-Synthetik-Perps: Status von fünf Krypto-Börsen
Bevor SpaceX die Notierung an der Nasdaq abschließt, sind auf den folgenden Plattformen bereits SPCX-Synthetik-Perps gestartet:
Hyperliquid (über Trade.xyz per HIP-3-Standard bereitgestellt): Start am 18. Mai 2026; Handelsvolumen am ersten Tag 33 Millionen US-Dollar. Der Kontraktpreis stieg zeitweise auf 216 US-Dollar und fiel anschließend auf etwa 203 US-Dollar zurück
Binance, OKX, Bitget, BingX: betreiben jeweils SPCX-Synthetik-Perps
Die oben genannten Kontrakte basieren auf einer konstruierten Preisfindung über einen Oracle und stellen keine echte Eigentumswirkung an Aktien dar. Hyperliquid bestätigte, dass nach dem Nasdaq-IPO von SPCX die Abwicklungsweise der Kontrakte gemäß dem HIP-3-Standard bewertet wird, einschließlich einer Migration zu Perps, die an den tatsächlichen Live-Aktienkurs gekoppelt sind, oder einer Schließung des Marktes. Bitget, OKX und BingX hatten zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch keine Pläne zur Kontraktbehandlung nach dem IPO veröffentlicht.
Reuters berichtet, dass laut mit den Vorgängen vertrauter Informationen das IPO-Roadshow-Programm am 4. Juni beginnen soll. Informanten wiesen außerdem darauf hin, dass die Pläne sich weiterhin aufgrund des Ablaufs von Investorenbesprechungen ändern könnten.
Häufige Fragen
Welche Auswirkungen hat die Struktur des IPO mit ausschließlich neuen Aktien auf bestehende Aktionäre?
Die Struktur mit ausschließlich neuen Aktien bedeutet, dass alle Mittel, die aus diesem IPO eingeworben werden (Ziel: mindestens 75 Milliarden US-Dollar), der SpaceX-Gesellschaft zufließen. Bestehende Aktionäre (einschließlich Musk selbst) cashen im Rahmen dieses IPO keine Anteile aus. Der früheste Zeitpunkt, zu dem bestehende Aktionäre Aktien verkaufen können, hängt von den jeweils geltenden Lock-up-Bedingungen ab (Musk: 366 Tage, andere Aktionäre: gestufte 180 Tage).
Wie stellt die Doppelaktienstruktur sicher, dass Musk welchen Anteil an der Stimmrechtskontrolle hält?
Gemäß den in der S-1 offengelegten Informationen behält Musk nach Abschluss des IPO und der Notierung an der Börse durch die Doppelaktienstruktur etwa 85,1% der Stimmrechtskontrolle. Die Stimmrechte, die den von der Öffentlichkeit gekauften Aktien zustehen, sind nicht gleichwertig mit den Stimmrechten der von Musk gehaltenen Aktien.
Über welche Kanäle können Retail-Investoren derzeit an Handel vor dem SpaceX-IPO teilnehmen?
Retail-Investoren können über Hyperliquid sowie die Kryptobörsen Binance, OKX, Bitget und BingX mit SPCX-Synthetik-Perps handeln. Diese Kontrakte vermitteln jedoch keinerlei echtes Eigentum an Aktien. Sekundärmarkt-Plattformen wie Forge Global und EquityZen sind nur für als berechtigt anerkannte Institutionen oder qualifizierte Investoren zugänglich und akzeptieren keine gewöhnlichen Retail-Investoren.