Mit der Verbreitung von generativen KI-Technologien in akademischen und beruflichen Umfeldern steigt der Anteil der Texte, auf die Menschen sich verlassen und die von Algorithmen erzeugt werden, deutlich an. Der Psychologieprofessor der Stanford University, Jamil Zaki, äußerte jüngst angesichts dieses Trends Besorgnis: In seinem von ihm geleiteten Kurs führt er wieder Papierprüfungen ein, um sicherzustellen, dass Studierende ihre Fähigkeit zum eigenständigen Denken beibehalten. Zaki betont, dass KI zwar die Effizienz bei grundlegender Textverarbeitung steigert, dass jedoch die durch Maschinen massenhaft erzeugte „Textverschmutzung“ (Textual pollution) die Qualität öffentlicher Kommunikation beeinträchtigt. Noch wichtiger: Schreiben ist nicht nur ein Produktionsmittel, sondern ein zentraler Prozess, um Logikdenken zu vertiefen. Angesichts des von der technischen Automatisierung verursachten Phänomens des „kognitiven Sitzens“ wird fortgesetztes eigenständiges Schreiben zur Kernmethode, um geistig aktiv zu bleiben.
Wert von Berufs-Schreibarbeit im Wandel und Automatisierungsschock
Früher war Schreiben ein Kernbestandteil der Hochschulbildung, und das Verfassen sämtlicher Arten von Geschäftsberichten war stark von menschlicher Arbeitskraft abhängig. Doch mit der Reifung der KI-Technologien können die meisten Routine-Dokumente bereits von automatisierten Tools ersetzt werden. Professor Zaki weist darauf hin, dass bei der jüngeren Generation der Anreiz, Zeit für das Feinschleifen traditioneller Memoranden aufzuwenden, stark gesunken ist; Schreiben nur noch zu fordern, um berufliche Anforderungen zu erfüllen, überzeugt nicht mehr. Das zeigt, dass Unternehmen sich an Kommunikationsmuster anpassen, bei denen KI die Arbeit übernimmt, und dass der Wert der grundlegenden Textproduktion einem strukturellen Wandel unterliegt.
Minderwertiger Contentflut verursacht das Phänomen der „Textverschmutzung“
Wenn KI häufig eingesetzt wird, um Arbeitsauslieferungen zu generieren, entstehen oft große Mengen an flacher „KI-Textfäulnis“ (AI workslop). Professor Zaki definiert dieses Phänomen als „Textverschmutzung“ und ist der Ansicht, dass es negative externe Effekte auf das gesamte Informationsumfeld hat. Untersuchungen zeigen, dass von KI generierte Texte zu banal und zu formelhaft tendieren: Viele Posts wirken scheinbar inspirierend, berührend oder zum Nachdenken anregend, doch in ihrem Kern sind sie leer. Im Berufsalltag führen derartige Berichte ohne Substanz dazu, dass Kolleginnen und Kollegen zusätzlich Zeit aufwenden müssen, um Inhalte zu interpretieren und neu zu strukturieren, wodurch sich unsichtbare Betriebskosten ergeben.
Schreiben ist an sich Denken, KI führt zu „kognitiver Kapitulation“
Eine übermäßige Abhängigkeit von KI, um Denken für die Menschen übernehmen zu lassen, birgt das Risiko, dass Menschen „kognitive Kapitulation“ erleben. Studien zeigen: Wenn Nutzer sich auf Roboterantworten bei der Lösung logischer Probleme verlassen, liegt die Erkennungsrate für falsche Antworten bei weniger als zwei Zehnteln. Professor Zaki betont: Schreiben ist an sich Denken. Die Fähigkeit, verstreute Gedanken in Sprache zu überführen, ist der Schlüssel, um kritisches Denken zu vertiefen. Fehlt dieser Umwandlungsprozess, werden die menschlichen Fähigkeiten zur Analyse und Argumentation oberflächlicher, was die Qualität von Geschäftsentscheidungen beeinträchtigt.
Schreiben als „kognitive Sitzzeit“: Gedanken-Training für das Zeitalter der Stagnation
Mit der Automatisierung, die Arbeitskraft ersetzt, begegnen moderne Menschen gesundheitlichen Risiken durch körperliches langes Sitzen mit Bewegung; entsprechend stehen die menschlichen Gehirne nach der Übernahme kognitiver Arbeit durch KI ebenfalls vor der Herausforderung des „kognitiven Sitzens“. Angesichts dieses Trends vergleicht Professor Zaki eigenständiges Schreiben mit dem Fitnessstudio für menschliche Gedanken. Selbst wenn die Rechenleistung zukünftiger KI möglicherweise die menschlichen Einsichten übertreffen kann, bleibt regelmäßiges Schreiben als Training eine notwendige Maßnahme, um die geistige Funktionsfähigkeit gesund zu erhalten. Wenn man Schreiben als tägliches kognitives Krafttraining betrachtet, hilft das dabei, im Zeitalter der künstlichen Intelligenz den Kernwettbewerbsvorteil zu bewahren.
Dieser Artikel, in dem der Professor der Stanford University an handschriftliches Schreiben festhält, um die „kognitive Sitz“-Krise zu vermeiden, die durch KI im Gehirn ausgelöst wird, erschien zuerst bei Kettennews ABMedia.