OneCoin-Ponzi-Schema startet Rückzahlung, US-Justizministerium stellt 40 Millionen USD zur Entschädigung der Opfer bereit

Schockierend für die ganze Welt: Das Krypto-Währungs-Ponzi-Schema OneCoin durchlief jahrelange gerichtliche Auseinandersetzungen und hat kürzlich einen Funken Hoffnung gezeigt. Das US-Justizministerium kündigte an, 40,0 Millionen USD bereitzustellen, um Investoren zu entschädigen, die zwischen 2014 und 2019 Verluste erlitten. Dieser Betrugsfall, der weltweit 3,5 Millionen Menschen betraf und sich auf rund 4 Milliarden USD summierte, blieb auch nach dem Verschwinden der Gründerin Ignatova im Jahr 2017 bis heute ohne bestätigte Spur. Derzeit steht sie auf der FBI-Liste der Top 10 der meistgesuchten Personen; die Belohnung beträgt bis zu 5,0 Millionen USD.

Wie legt OneCoin Fallen, um Menschen hereinzulegen?

OneCoin wurde 2014 von Ignatova (Ruja Ignatova) gegründet. Das Geschäftsmodell bestand darin, Multi-Level-Marketing (MLM) zu nutzen, um „Trading-Pakete“ in verschiedenen Stufen zu verkaufen. Der Gründerin zufolge könnten diese Pakete zur „Coin-Mining“ genutzt werden. Untersuchungen zeigen jedoch, dass sämtliche Daten von OneCoin auf zentralen Servern innerhalb des Unternehmens gehostet werden und keine dezentralen Assets auf einer Blockchain sind. Investoren können nur in einem begrenzten, geschlossenen System Mikrotransaktionen durchführen und ihre Einsätze nicht auf dem offenen Markt einlösen. Im Kern handelt es sich darum, die breite Öffentlichkeit mithilfe von FOMO dazu zu bringen, Gelder bereitzustellen. Interessanterweise ähneln die Verkaufsslogans, die auf den MLM-Brainwashing-Veranstaltungen von OneCoin verwendet wurden – etwa Versprechen wie: eine Ökosystem-Kette aufbauen, Gelder auf der Kette würden in Wohltätigkeit, Finanzinvestitionen, Technologie, Unterhaltung, Bildung und andere Projekte fließen – stark den großen Versprechungen, die viele sogenannte „Shitcoins“ heute verwenden. Das ist praktisch ein Handbuch für die Vorgehensweisen von Krypto-Betrugsgruppen.

Kriminelle Komplizen von OneCoin werden nach und nach festgenommen

„Betrug“ von OneCoin über die ganze Welt: In mehreren Ländern starteten Strafverfolgungsbehörden eine langjährige gemeinsame Aktion. Der Mitbegründer Karl Sebastian Greenwood wurde nach seiner Festnahme in Thailand im Jahr 2018 in die USA ausgeliefert. Anschließend wurde er zu 20 Jahren Haft und einer Entschädigung in Höhe von 300 Millionen USD verurteilt. Außerdem wurden auch der Rechtsanwalt Scott (Mark S. Scott) und Morro (William Morro), die beim Geldwäschegeschäft halfen, nach und nach vor Gericht sanktioniert. Neben den USA verhängten auch Bulgarien, Deutschland, Italien, Indien und China zeitweise Verbote oder nahmen die jeweils Verantwortlichen fest. Das zeigt, welch enorme Zerstörungskraft der Fall auf das globale Finanzsystem hatte und wie ernst die internationale Strafverfolgungsbehörde (Interpol) das Thema nahm, was zu hoher Kooperationsbereitschaft führte.

Gründerin „Krypto-Coin-Queen“ ist verschwunden, FBI erlässt Haftbefehl

Die Schlüsselfigur des Falls, die „Krypto-Coin-Queen“ Ignatova, tauchte nach dem 10. Monat 2017 nicht mehr auf. Damals geriet OneCoin unter Druck, Einlösungen vorzunehmen. Sie fehlte bei dem Portugal-Lissabon-Treffen, an dem sie eigentlich hätte teilnehmen sollen. Sie flog von Sofia, Bulgarien, nach Athen in Griechenland – und seitdem gilt sie als verschwunden. Das FBI nahm sie im Jahr 2023 in die Liste der „Top 10 der meistgesuchten Verbrecher“ auf und erhöhte die Belohnung auf 5,0 Millionen USD. Obwohl die übrigen Komplizen größtenteils bereits inhaftiert sind, macht das Fehlen der Drahtzieherin es schwierig, der Spur der 4 Milliarden USD zu folgen. Aktuell überwachen die Strafverfolgungsbehörden weiterhin sehr genau die Orte, an denen sie sich möglicherweise verstecken könnte.

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