Saeed Badreg, Co-Founder und CEO von Wormhole Labs, sagte auf der Solana Accelerate 2026, dass die Debatte der Krypto-Industrie zwischen dezentralem Finanzwesen (DeFi) und traditionellem Finanzwesen (TradFi) keinen einzigen Sieger hervorbringen werde. Badreg argumentierte, dass verschiedene Anwendungsfälle unterschiedliche Grade an Dezentralisierung erfordern, und dass Retail-Nutzer weiterhin die Option wählen werden, die schnellere und günstigere Transaktionen bietet. Seine Sicht stellt maximalistische Positionen auf beiden Seiten der Debatte infrage, die Dezentralisierung in absolutem Sinne einordnen – von Bitcoins vollständig vertrauensloses Modell bis zur regulatorabhängigen Struktur des traditionellen Finanzwesens.
Warum vollständige Dezentralisierung nicht das Endspiel ist
Badreg lehnt die Idee ab, dass sämtliche Finanzinfrastruktur ein Bitcoin-Niveau an Vertrauenslosigkeit erreichen muss. „Ich glaube nicht daran, dass alles so klar, transparent und vertrauenslos sein muss wie Bitcoin. Und ich glaube auch nicht, dass alles so sein sollte wie beim traditionellen Finanzwesen, wo die einzige Sicherheit, die man hat, hoffentlich von Regulierungsbehörden kommt, die ihre Arbeit machen – ohne zusätzliche Transparenz und Flexibilität für den Kunden“, sagte er. Anstatt dass ein einziges Modell dominiert, sieht Badreg ein Spektrum, in dem Asset, Nutzer und Anwendungsfall den passenden Grad an Dezentralisierung bestimmen.
Zentralisierung gewinnt weiterhin bei Geschwindigkeit und Kosten
Badreg räumte ein, dass zentrale Plattformen derzeit dezentralen Plattformen in Kennzahlen überlegen sind, die Retail-Nutzer priorisieren. „Es gibt sehr viele Retail-Nutzer. Was sie interessiert, sind Geschwindigkeit und Kosten. Zentralisierung hilft wirklich bei Geschwindigkeit und Kosten – zumindest im Moment“, sagte er. Laut Arkham Intelligence verarbeitet Ethereum Transaktionen nur, wenn ein neuer Block erstellt wird, ungefähr alle 12 Sekunden, und Nutzer zahlen eine variable Gas-Gebühr, die sich je nach Nachfrage verändert. Zentrale Börsen verarbeiten Tausende Transaktionen pro Sekunde on-chain, ohne Anpassung der Gebühr pro Transaktion.
Ein Bericht von AInvest fand, dass zentrale Lending-Plattformen im Jahr 2026 DeFi-Alternativen übertreffen – mit höheren risikoadjustierten Renditen und einem Compliance-zuerst-Ansatz, der an traditionelles Finanzwesen angebunden ist. Badreg merkte an, dass DeFi die technische Lücke schließt, unter anderem durch Layer-2-Netzwerke wie Arbitrum und Optimism, die Gas-Gebühren und Bestätigungszeiten reduziert haben, sowie durch hybride Modelle, die zentrale Geschwindigkeit mit dezentralem Self-Custody verbinden.
Ein Marktplatz voller Lösungen
Badregs Kernaussage ist, dass die Branche in Richtung offener Konkurrenz statt eines Alles-oder-nichts-Ergebnisses geht. „Es wird einen Marktplatz an Lösungen über das gesamte Spektrum hinweg geben. Der Markt wird bestimmen, wie wertvoll Transparenz, Open Source und Vertrauenslosigkeit sind – und in welchem Grad an Dezentralisierung“, sagte er. „Wir werden sehen, wofür der Markt belohnt.“ Seine Position deutet darauf hin, dass Nutzer Plattformen anhand der spezifischen Zielkonflikte auswählen, die zu einzelnen Transaktionen passen, statt sich an ein einziges Finanzmodell zu halten.