Laut dem neuesten eingereichten 13F-Bericht zu den institutionellen Beständen hat Berkshire Hathaway im ersten Quartal 2026 eine umfassende Neuausrichtung der Vermögenswerte vorgenommen – dies ist auch der erste Leistungsausweis, nachdem der neue CEO Greg Abel die Investitionsentscheidungen vollständig übernommen hat. Die Marktaufmerksamkeit gilt dabei vor allem zwei Schritten: Zum einen der Einstieg in den Luftfahrtsektor mit einem Neubau einer Position im Gegenwert von 2,6 Milliarden US-Dollar bei Delta Air Lines; zum anderen ein deutlicher Tausch von Positionen sowohl im Technologie- als auch im klassischen Einzelhandelsbereich. Mit dem Amtsantritt von Abel sowie der Trennung vom früheren Investmentmanager Todd Combs zeigt dieser Bestandsbericht objektiv die strukturellen Anpassungen, die Berkshire Hathaway unter der neuen Führung angesichts globaler geopolitischer Risiken und makroökonomischer Variablen vorgenommen hat.
„Nach-Buffett-Ära“: Erstmals Offengelegte Positionen
Warren Buffett ist Ende 2025 als CEO zurückgetreten und hat die Leitung an Gregory Edward Abel übergeben, wobei er als Vorsitzender weiterhin die operativen Geschäfte unterstützt.
Berkshire Hathaway hat kürzlich den 13F-Bestandsbericht für das erste Quartal 2026 veröffentlicht. Als erstes zentrales Dokument für den Einstieg in die „Nach-Buffett-Ära“ gilt es dem Markt als wichtiger Gradmesser für die Anlagestimmung des neuen Managementteams.
Berkshire baut in der Luftfahrt erneut eine Position auf: Delta Air Lines
In diesem Quartal hat Berkshire im Umfang von rund 2,6 Milliarden US-Dollar in Delta Air Lines investiert und dabei knapp 39,8 Millionen Aktien gekauft, womit Berkshire rund 6,1% der Anteile hält und damit zu einem der Hauptaktionäre des Unternehmens wird. Obwohl es derzeit aufgrund des Konflikts zwischen den USA und dem Iran zum Schließen der Straße von Hormus (Strait of Hormuz) kommt und steigende internationale Ölpreise den Luftfahrtsektor allgemein unter massiven Kostendruck beim Treibstoff setzen – was sogar dazu führte, dass Spirit Airlines den Betrieb wegen Liquiditätsproblemen einstellte – kehrt Berkshire zu diesem Zeitpunkt in den Luftfahrtsektor zurück, nachdem es diesen Bereich im Jahr 2020 vollständig verlassen hatte. Das deutet darauf hin, dass das neue Managementteam den langfristigen Vermögenswert von Delta Air Lines neu bewertet.
Aufstockung von Alphabet: Amazon vollständig verkauft
Bei der Allokation in Technologieanlagen zeigt sich innerhalb des Sektors eine klare Rotation. In diesem Quartal hat Berkshire Alphabet, den Google-Mutterkonzern, massiv um knapp 36,4 Millionen Aktien aufgestockt, wodurch Alphabet zu Berkshire‘ siebtgrößter Position aufrückt. Gleichzeitig hat Berkshire die zuvor gehaltenen Amazon-Aktien vollständig veräußert. Marktbeobachter gehen allgemein davon aus, dass dies mit den Anpassungen zusammenhängt, die nach dem Ausscheiden von Todd Combs vorgenommen wurden: Amazon wurde langfristig als Teil der von Combs gesteuerten Aufstellung betrachtet.
Gewinnmitnahmen bei Chevron auf hohem Niveau
Angesichts geopolitischer Spannungen, die die internationalen Ölpreise nach oben treiben, erreichte der Aktienkurs des Energie-Giganten Chevron (Chevron) im März dieses Jahres ein Allzeithoch. Berkshire hat sich dafür entschieden, zu diesem Zeitpunkt Gewinne zu realisieren: Im Quartal verkaufte Berkshire Chevron-Aktien zu einem durchschnittlichen Kurs von etwa 182,59 US-Dollar je Aktie im Gegenwert von rund 8 Milliarden US-Dollar, wodurch die Position um nahezu ein Drittel reduziert wurde. Nach der Reduzierung hält Berkshire weiterhin rund 4,2% an Chevron und bleibt damit viertgrößter institutioneller Aktionär des Unternehmens.
Verkaufspaket der Bestände des früheren Managers und neues Investment: Macy’s
Der Bericht spiegelt außerdem die Effekte des Führungswechsels innerhalb von Berkshire wider. Nachdem der frühere Portfolio-Manager Todd Combs zu JPMorgan gewechselt ist, hat CEO Abel in diesem Quartal sämtliche zuvor von ihm verwalteten Positionen vollständig aufgelöst: Visa, Mastercard, Domino’s Pizza sowie UnitedHealth Group, die durch Änderungen der von der US-Regierung gezahlten Vergütungspolitik besonders unter Druck geraten war. Andererseits hat Berkshire gegen den Trend eine neue Position beim klassischen Einzelhändler Macy’s aufgebaut. Das zeigt, dass Berkshire zwar die Bestände gestrafft hat, aber weiterhin nach physischen Konsumwerten mit Potenzial für eine Wende und starken Verkaufsaussichten (Sales Outlook) sucht.
Dieser Artikel „Nach-Buffett-Ära: erstes 13F, Berkshire kauft Delta Air Lines, GOOG, Gewinne bei Chevron realisiert“ erschien zuerst auf der Kette News ABMedia.