
Der US-Aktien-Derivate-Strategiechef der französischen BNP Paribas, Greg Boutle, schätzte in einem Bericht vom 5. Juni, dass der Gesamtbetrag, mit dem Retail-Anleger und passive Investoren andere Aktien verkaufen, um SpaceX zu kaufen, etwa 50 Milliarden US-Dollar erreichen könnte; Boutle warnte: „Für den Markt ist die Gefahr nicht die einzelne Kapitalbewegung, sondern die kumulative Wirkung.“
SpaceX-IPO-Kennzahlen
Die im Rahmen der Regulierung offengelegten konkreten IPO-Parameter von SpaceX:
Anzahl der ausgegebenen Aktien: mehr als 5,55 Milliarden Aktien
Preis pro Aktie: 135 US-Dollar
Mindesterlösausgabe: 75 Milliarden US-Dollar
Maximaler Erlös nach Mehrzuteilung: 85,7 Milliarden US-Dollar
Bewertung: mehr als 1,75 Billionen US-Dollar
Erwartete Börsenbewertung der frei verfügbaren Aktien bei Listing: rund 75 Milliarden US-Dollar
Börsenticker: SPCX (NASDAQ)
Seit der Gründung im Jahr 2002 entfielen laut SpaceX im vergangenen Jahr über 80 % der weltweiten Raketenstarts auf das Unternehmen, und es hat über 10.000 Starlink-Satelliten ins All gebracht.
Boutles Analyse: Die kumulative Wirkung gleichgerichteter Kapitalflüsse
Die konkrete Einschätzung von Greg Boutle im Bericht vom Freitag: Die Kauforders passiver Fonds aufgrund von Anpassungen im NASDAQ-100 beliefen sich auf etwa 30 Milliarden US-Dollar, hinzu kommen Kauforders von Retail-Anlegern im FOMO-Modus sowie Kapital aus Leveraged ETFs und Optionsgeschäften, die sich in die gleiche Richtung addieren.
Boutle sagte: „Diese Kapitalflüsse können in dieselbe Richtung gehen und sich wechselseitig überlagern; wenn alle gleichzeitig nachkaufen oder verkaufen, steigt das Risiko einer erheblichen Fehlbewertung der Kurse.“ Boutle wies außerdem darauf hin, dass der Marktcrash am Freitag, der von Chip-Aktien angeführt wurde, vielleicht bereits ein frühes Anzeichen für eine Fehlbewertung gewesen sei, die er zuvor angekündigt habe; er schätzt, dass der Aktienumsatz zum Jahresende des Q2, der nicht mit dem IPO zusammenhängt, über 100 Milliarden US-Dollar liegen dürfte. Wenn auch Leveraged ETFs und CTA daran beteiligt sind, führt die Auslösung mechanischer Rebalancing-Mechanismen zu weiteren Kettenreaktionen.
Weitere IPO-Kanäle: OpenAI und Anthropic planen dieses Jahr den Börsengang
Fortune berichtet zudem, dass OpenAI und Anthropic ebenfalls für 2026 einen Börsengang planen; zu diesem Zeitpunkt dürfte die Nachfrage des Marktes nach Top-KI-Unternehmen ebenfalls entsprechend hoch sein. Alphabet hat zudem bereits letzte Woche eine Aktienemission im Volumen von 85 Milliarden US-Dollar abgeschlossen.
Der Chief Investment Officer der deVere Group, Nigel Green, sagte gegenüber Bloomberg: „Über viele Jahre konnten Anleger nur Proxy-Aktien kaufen, weil sie diese Vermögenswerte nicht direkt erwerben konnten. Wenn Anleger am Ende OpenAI selbst besitzen können, wird sich der damit verbundene knappe Wert zwangsläufig verändern.“
Häufige Fragen
Wie wurde die Schätzung von 50 Milliarden US-Dollar für gleichgerichteten Verkauf bei BNP Paribas abgeleitet?
In seinem Bericht vom Freitag erläuterte Greg Boutle, dass diese Schätzung Folgendes umfasst: Verkäufe anderer Bestände durch Retail-Investoren (insbesondere Aktien mit Bezug zu KI, die in letzter Zeit besonders stark performten) sowie gleich hohe Verkaufsorders, die durch Anpassungen passiver Fonds aufgrund von Änderungen im NASDAQ-100-Index entstehen. Boutle sagte, dass sich die Zahl erhöhen könnte, wenn die IPO-Performance gut ist; wenn auch Leveraged ETFs und CTA teilnehmen, könnten zusätzlich weitere mechanische Rebalancing-Ketteneffekte entstehen.
Warum ist SpaceX im NASDAQ-100 enthalten, aber nicht im S&P 500?
Laut Bericht habe sich S&P Dow Jones Index entschieden, die Regeln nicht zu ändern, um die Aufnahme von SpaceX in den S&P 500 zu beschleunigen, während die Regeln des NASDAQ-100-Index angepasst wurden, sodass SpaceX aufgenommen wird. Dadurch entsteht eine verpflichtende Kaufnachfrage bei passiven Fonds, die an den NASDAQ-100 gekoppelt sind, die voraussichtlich etwa 30 Milliarden US-Dollar betragen wird.
Welche Aktien werden nach dem SpaceX-IPO am ehesten verkauft, um Finanzierungsmittel zu beschaffen?
Boutle erklärte in seinem Bericht, dass Retail-Investoren wahrscheinlich Aktien von KI-bezogenen Unternehmen als wichtigste Verkaufsquelle nutzen könnten, da diese Aktien in den vergangenen Jahren schnell an Wert gewonnen hätten und sich daher ideal zur Geldbeschaffung eigneten. Er sagte, dass dieser FOMO-getriebene Herdeneffekt die Marktvolatilität häufig verstärke und ein längeres Risiko am „Ende der Verteilung“ bilde.