Während die globalen Kapitalströme den Fokus auf die US-Märkte legen, hat sich überschüssige Liquidität in Schwellenländern angesammelt, was lateinamerikanische Aktien stark ansteigen lässt. Die lateinamerikanischen Indizes haben sowohl breitere Benchmarks für Schwellenländer als auch den S&P 500 outperformt und sind in diesem Jahr um mehr als 20 % gestiegen, nachdem eine Rallye im Jahr 2025 einen Gewinn von 55,67 % gebracht hatte.
Lateinamerikanische Indizes mit riesigen Gewinnen, während Investoren den Blick von etablierten Märkten abwenden
Während US-Märkte die größten Anlagevolumina bündeln, sucht überschüssige Liquidität stets nach Diversifizierung in alternativen Märkten – und Latam profitiert von dieser Bewegung.
Indizes wie der MSCI Emerging Markets Latin America Index, der eine große Zahl der relevantesten Aktien in den lateinamerikanischen Märkten bündelt, haben eine enorme Rallye erlebt, während Investoren nach einer Absicherung gegen eine künstliche Intelligenz- (AI-) Blase in traditionell übersehenen Märkten suchen.

Laut Bloomberg verzeichnete er in diesem Jahr einen Anstieg von 20 % und markiert damit einen der stärksten Starts seit 1991. Konkret setzen Investoren auf bevorstehende Veränderungen in wichtigen Ländern, darunter Brasilien und Kolumbien, die eine Wende von linkslastigen Demokratien hin zu rechtsgerichteten Regierungen vollenden könnten – was Reformen nach sich ziehen würde, die den Markt stützen.
Dieser Anstieg setzt die Entwicklung des Index im Jahr 2025 fort, als er um mehr als 50 % zulegte und damit ähnliche Werte für Schwellenländer übertraf – sogar den SPX.
Im Zentrum des Sturmgeschehens steht Brasilien, denn Präsident Lula muss sich bei den anstehenden Wahlen dem Sohn des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro, Flavio Bolsonaro, stellen. Wie auch immer das Ergebnis ausfällt: Investoren wie Stanley Druckenmiller haben sich positioniert, indem sie in die Zukunft Brasiliens investierten und den iShares MSCI Brazil ETF, oder EWZ, kauften – den größten in den USA gelisteten Fonds, der brasilianische Aktien abbildet.
Otavio Costa, Mitgründer und CEO von Azuria Capital LLC, untersucht derzeit eine mögliche Hochkonjunktur lateinamerikanischer Aktien – mit Brasilien als Vorreiter. Bei der Einordnung der Situation im brasilianischen Markt sagte er:
„Eine Volkswirtschaft, die kurz davor ist, durch globale Neuausrichtung weg von US-basierten Vermögenswerten freigesetzt zu werden – in einem Aktienmarkt, der historisch gesehen weiterhin stark unterbewertet ist. Ein Säkular-Bull-Markt, der sich anbahnt.“
Außerdem ignorieren immer mehr Investoren Exchange Traded Funds (ETFs) und gehen direkt zur Quelle, wie Berichte zeigen: Der Kauf im Ausland ist auf einen Rekordstand der letzten vier Jahre gestiegen.
FAQ
- Warum wenden sich Investoren zur Diversifizierung an Lateinamerika?
Investoren wollen sich von der überschüssigen Liquidität in den US-Märkten weg diversifizieren, was zu erheblichem Interesse an lateinamerikanischen Aktien führt.
- Wie ist die Performance des MSCI Emerging Markets Latin America Index?
Dieser Index ist in diesem Jahr um 20 % gestiegen und markiert damit einen der stärksten Starts seit 1991, während Investoren auf politische Verschiebungen in Ländern wie Brasilien und Kolumbien setzen.
- Welche Schlüsselfaktoren treiben dieses Anlageinteresse in Brasilien?
Bevorstehende Wahlen und mögliche Reformen unter Präsident Lula ziehen Investitionen an; zu den herausragenden Akteuren gehört Stanley Druckenmiller, der in den iShares MSCI Brazil ETF (EWZ) investiert.
- Was erwartet die Zukunft lateinamerikanischer Aktien laut Experten?
Otavio Costa von Azuria Capital prognostiziert einen bevorstehenden Boom bei lateinamerikanischen Aktien und hebt dabei Brasilien als potenziell unterbewerteten Markt hervor, der auf einen Säkular-Bull-Markt zusteuert.