Bitcoin zog sich am Freitagabend zurück und fiel auf 75.120 US-Dollar pro Coin, was einem Rückgang von 2,8% über den Tag entspricht. Der tägliche Abschlag fügte eine weitere Delle zu dem bereits ziemlich trostlosen sieben-Tage-Zeitraum hinzu und drückte die Wochenverluste auf rund 5%.
- Kernaussagen:
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- Bitcoin fiel am Freitag um 2,8%, nachdem Coinglass 577,9 Mio. US-Dollar an Krypto-Liquidationen verzeichnete.
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- Sosovalue-Daten zeigten, dass 36,29 Mio. US-Dollar aus Spot-Bitcoin-ETFs während des Freitagshandels abflossen.
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- Warnungen von Donald Trump und Sorgen der Fed hielten BTC unter der $76K -Widerstandszone.
Bitcoin verliert an Boden
Der Bereich um 80.000 US-Dollar wirkt erneut weiter entfernt: Bitcoin wird inzwischen unter der 76.000-US-Dollar-Zone gehandelt, nachdem die Unterstützung bei 77.000 US-Dollar aufgegeben wurde. Die tägliche Struktur von Bitcoin spiegelt weiterhin die Suche des Marktes nach Überzeugung wider, nachdem es zu einem lang anhaltenden Rücksetzer gekommen ist, der seinen Allzeithoch im Oktober 2025 über dem 126.000-US-Dollar-Bereich folgte. Die Marktkapitalisierung von Bitcoin liegt aktuell bei 1,5 Billionen US-Dollar, während das Handelsvolumen am Freitag vergleichsweise verhalten blieb: 31,49 Milliarden US-Dollar, was zur Instabilität des Marktes beiträgt.
Das Volumen, das sich im Verlauf der Session gezeigt hat, scheint stark in Richtung Verkaufsdruck gekippt zu sein. Gegenwind baut sich weiter auf, getrieben von eskalierenden geopolitischen Spannungen im Mittleren Osten sowie Warnungen, die U.S.-Präsident Donald Trump an Iran richtet. Gleichzeitig rücken breitere makroökonomische Rahmenbedingungen und veränderte Erwartungen an die Federal Reserve stärker in den Fokus, insbesondere nachdem die Notenbank in eine neue Phase der Führung übergeht, von der viele Marktteilnehmer glauben, dass sie eher hawkisch ausfallen könnte. Noch zusätzlichen Druck bringen börsengehandelte Fonds (ETFs), die im Wochenverlauf eine Reihe von Abflüssen verzeichnet haben.
Die Handels-Sitzung am Freitag erfasste demnach rund 36,29 Millionen US-Dollar Abfluss aus Spot-Bitcoin-ETFs, so die Daten von sosovalue.com. Anhaltend negative Funding Rates, wiederholte gescheiterte Ausbruchsversuche über den Bereich von 76.000 US-Dollar sowie ein fortgesetztes Deleveraging in den Futures-Märkten verstärkten den Rückgang weiter. In den vergangenen 24 Stunden entfielen auf Long-Positionen bei Bitcoin 209 Millionen US-Dollar an Liquidationen, während Short-Positionen lediglich 4,7 Millionen US-Dollar an Verlusten aufnahmen. Im breiteren Krypto-Ökosystem erreichten die gesamten Liquidationen insgesamt 577,9 Millionen US-Dollar, wie die Statistiken von coinglass.com zeigen.
Krypto-Liquidationsdaten über coinglass.com am 22. Mai 2026, um 21:15 Uhr ET.
Gleitende Durchschnitte bleiben in dem technischen Gesamtbild die deutlichste Quelle für bärischen Druck: 13 Indikatoren signalisieren Abwärtsbedingungen, gegenüber nur einer einzigen positiven Lesart. Der Momentum-Oszillator lieferte eines der wenigen konstruktiven Signale innerhalb des Oszillator-Sets bei -4.072, während die Moving Average Convergence Divergence ( MACD) bei -262 notierte und damit unterstreicht, dass bärisches Momentum weiter die breitere Intraday-Entwicklung dominiert.
Die Kombination aus schwächerer technischer Struktur, anhaltenden ETF-Abflüssen, erhöhten Liquidationen und wachsender makroökonomischer Unsicherheit zeichnet kurzfristig ein zunehmend defensives Bild für Bitcoin. Sofern die Bullen nicht zentrale Widerstandsniveaus zurückerobern und das aktuelle Muster gescheiterter Ausbrüche umkehren, wirkt die bärische Stimmung fest in der Kontrolle, während Händler ihre Positionen weiter abbauen, da der Druck auf den Markt zunimmt.
Wie so oft agiert Bitcoin erneut als Barometer für die Bedingungen der globalen Liquidität und für geopolitischen Stress deutlich bevor das traditionelle Finanzwesen (TradFi) Märkte vollständig reagieren, wenn am Montagmorgen der Handel wiederaufgenommen wird. Der Kontrast sticht dabei noch stärker hervor, weil der Rückgang von Bitcoin am Freitagabend eintrat, während die Wall Street die Session bei neuen Rekordhochs geschlossen hatte.