Beamte der BOK und der EZB diskutieren Tokenisierung und Regulierung von Stablecoins

Der Gouverneur der Bank of Korea, Shin Hyun-song, und das Mitglied des Exekutivdirektoriums der Europäischen Zentralbank, Isabel Schnabel, führten am 1. Juni in der BOK-Niederlassung im Stadtteil Namdaemun-ro, Jung-gu, Seoul, einen politischen Dialog zu blockchainbasierter Tokenisierung und nicht-dollar-denominierten Stablecoins. Das Gespräch fand im Rahmen der 2026er BOK-Konferenz statt, einer zweitägigen Veranstaltung vom 1. bis 2. Juni unter dem Thema „Zentralbanken und die Zukunft des Geldes“, an der weltweit Wissenschaftler, internationale Organisationen und geldpolitische Entscheidungsträger von Zentralbanken teilnahmen. Schnabel betonte, dass das Geld der Zentralbank weiterhin als Anker in tokenisierten Finanzsystemen dienen müsse und dass eine angemessene Regulierung entscheidend sei, um Innovation mit Risikominderung in Einklang zu bringen.

BOK und EZB diskutieren Tokenisierungs-Infrastrukturprojekte

Shin fragte Schnabel nach dem Ansatz der EZB für die Projekte Pontes und Appia und sagte, dass die BOK intern prüfe, ob sie eine Echtzeit-Bruttosettlement-Lösung (RTGS) nutzen oder das Geld der Zentralbank direkt auf tokenisierte Plattformen für Projekt Hangang legen solle. Pontes und Appia sind auf Distributed-Ledger-Technology (DLT) basierende Infrastrukturprojekte, die die EZB verfolgt, um auf tokenisierte Finanzmärkte und digitale Zahlungs-Ökosysteme zu reagieren. Pontes zielt darauf ab, Europas Großkunden- und grenzüberschreitende Zahlungsinfrastruktur zu verbessern, während Appia darauf fokussiert, Geld der Zentralbank und Kollateral-Dienstleistungen auf DLT zu platzieren. Projekt Hangang ist ein inländisches Pilotprojekt zur Entwicklung einer Zahlungsinfrastruktur mit Schwerpunkt auf Central Bank Digital Currency (CBDC) und Einlagen-Tokens.

Schnabel erläuterte, dass Pontes bestehende Probleme durch eine schnelle Umsetzung adressiere, während Appia ein langfristiges strukturelles Projekt sei. Sie sagte, dass die EZB zwar nicht wisse, wie das künftige monetäre Ökosystem aussehen solle, jedoch klar sei, dass das Geld der Zentralbank auch in einer tokenisierten Welt als Anker dienen müsse.

Schnabel skizziert die Rolle des Geldes der Zentralbank in tokenisierten Systemen

Schnabel erklärte, dass private Vermögenswerte die Ankerrolle nicht erfüllen könnten und dass tokenisierte Finanzsysteme bestehende Finanzsysteme replizieren würden. Ergänzend führte sie aus, dass Geld der Zentralbank in einem zweistufigen Geldsystem als sicherer Abwicklungswert dienen werde. Sie betonte, dass in einer tokenisierten Welt die grundlegende Struktur der traditionellen Finanzwelt entsprechen werde, wobei das Geld der Zentralbank seine Position als Fundament-Settlement-Layer behalte.

Amtsträger sprechen über Stablecoin-Wachstum und regulatorischen Rahmen

Shin fragte, warum nicht-dollar-denominierte Stablecoins bislang kein substanzielles Wachstum erreicht hätten, und stellte fest, dass Euro-Stablecoins global nur 0,3% ausmachten. Er fügte hinzu, dass das heimische Interesse an Stablecoins in Won-Denomination sehr hoch sei, und bat um Rat, wie diese dem monetären Ökosystem hinzugefügt werden könnten.

Schnabel nannte Netzwerkeffekte als primären Faktor und erklärte, dass Netzwerkeffekte bedeuten, dass der Wert eines Produkts oder einer Dienstleistung steigt, sobald mehr Nutzer sie übernehmen, wodurch beim Stablecoin-Geschäft ein „First-Mover“-Vorteil besonders wichtig sei. Sie hob die Notwendigkeit von Regulierung hervor und erklärte, dass der Rahmen „Markets in Crypto-Assets“ (MiCA) von Stablecoin-Emittenten verlangt, bedeutende Bankeinlagen-Reserven zu halten, was möglicherweise niedrigere Renditen im Vergleich zum Halten von Staatsanleihen bietet. Schnabel sagte, dass Regulierung letztlich ein zentraler Treiber sein werde und dass ein System mit geeigneten Leitplanken nötig sei, um Innovation zu fördern und gleichzeitig mögliche Nebenwirkungen zu adressieren.

FAQ

Worüber haben BOK-Gouverneur Shin und die EZB-Schnabel am 1. Juni gesprochen?
Shin Hyun-song und Isabel Schnabel führten am 1. Juni in der BOK-Niederlassung in Seoul einen politischen Dialog, in dem sie tokenisierungsbasierte Infrastrukturprojekte wie Projekt Hangang, Pontes und Appia sowie die Regulierung von Stablecoins und die Rolle des Geldes der Zentralbank in tokenisierten Finanzsystemen diskutierten.

Warum sagte Schnabel, das Geld der Zentralbank müsse als Anker in tokenisierten Systemen bleiben?
Schnabel erklärte, dass private Vermögenswerte die Ankerrolle nicht erfüllen könnten und dass tokenisierte Finanzsysteme bestehende Finanzsysteme replizieren würden; dabei diene Geld der Zentralbank als sicherer Abwicklungswert in einem zweistufigen Geldsystem und behalte auch bei fortschreitender Tokenisierung seine grundlegende Position.

Welche regulatorische Herausforderung nannte Schnabel für das Stablecoin-Wachstum?
Schnabel wies darauf hin, dass MiCA verlangt, dass Stablecoin-Emittenten bedeutende Bankeinlagen-Reserven halten, die möglicherweise niedrigere Renditen als Staatsanleihen bieten, und betonte, dass Regulierung ein zentraler Treiber sei, der geeignete Leitplanken erfordert, um Innovation zu fördern und gleichzeitig potenzielle Risiken zu adressieren.

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