Cerebras-IPO treibt die Lieferkette an: Vicors Strom-Story und AI-Power-IP-Lizenzthema

Die IPO-Wärme der KI-Chipfirma Cerebras Systems (CBRS) nimmt zu. Das richtet nicht nur die Aufmerksamkeit des Marktes auf das Chipherstellerunternehmen, das Herausforderer von NVIDIA bei „Wafer-Scale“-KI-Chips herausfordert, sondern bringt auch einige Investoren dazu, nach „Cerebras-Themenaktien“ sowie nach Wertpapieren aus der Upstream-Lieferkette zu suchen, die davon profitieren könnten. Der Investment-KOL Joe hat auf X kürzlich geäußert, er halte Vicor (VICR) für jemanden, der eine ähnliche Rolle spielen könnte – und damit indirekt eine Wette auf das Wachstum von Cerebras darstellt.

Joe: Von AAOI, um Anthropic zu wetten, bis hin zu VICR, um Cerebras zu wetten

Cerebras steht derzeit wegen des starken IPO-Bedarfs unter Druck: Das Unternehmen plant, die Preisspanne für das Angebot von ursprünglich 115 bis 125 US-Dollar je Aktie auf 150 bis 160 US-Dollar anzuheben und die Anzahl der auszugebenden Aktien von 28.000.000 auf 30.000.000 zu erhöhen; bei den genannten Obergrenzen könnte das Emissionsvolumen bei rund 4,8 Milliarden US-Dollar liegen. Zuvor war berichtet worden, dass die Nachfrage nach Cerebras’ IPO-Aufträgen das 20-fache der verfügbaren Zeichnungsaktien übersteigt. Die Preisfestsetzung soll am 13. Mai erfolgen, der Ticker ist CBRS.

(KI-Chipnachfrage ist heiß: Cerebras IPO mit über 20-facher Überzeichnung)

Joes Kernaussage lautet, dass der Markt in der Vergangenheit bestimmte kleinere Werte in der „AI-Infrastruktur-Lieferkette“ unterschätzt habe, insbesondere in Bezug auf ihre Flexibilität. Er sagt, dass er bereits vor dem Anstieg von AAOI um rund 300% auf X dafür argumentiert habe, dass man am Aufwärtspotenzial rund um Anthropic partizipieren könne – über AAOI. Heute glaubt er, dass auch Vicor ein nach der Neu-Bewertung durch den Markt im Cerebras-Thema neu positionierter Wert sein könnte.

Seine Logik: Der Wafer-Scale-Engine- (Wafer Scale Engine, WSE-) Kern von Cerebras benötigt eine extrem hohe Leistungsdichte und eine spezielle Stromversorgungsarchitektur, und Vikor’s Vertical Power Delivery (VPD) ist eine der Schlüsseltechnologien in der Produktarchitektur von Cerebras.

Auch offizielle Vicor-Informationen hatten erklärt, dass die Nennleistung der WSE von Cerebras bis zu 15kW erreichen kann – also etwa eine Größenordnung höher als bei herkömmlichen Prozessoren. Dafür wird eine hochstufige Stromversorgungsarchitektur benötigt, die bei extrem hohen Strömen die Leistung gleichmäßig über die gesamte wafer-ähnliche Recheneinheit verteilt. In einschlägigen technischen Artikeln von Vicor wird zudem ausdrücklich erwähnt, wie die eigene Technologie Cerebras dabei hilft, die Verarbeitungskapazität zu steigern.

Warum ist es Vicor? Ceresbras’ Wafer-Scale-Chips brauchen „eine andere Art von Strom“

Cerebras unterscheidet sich von den meisten KI-Chipunternehmen: Sein Kern-Value ist nicht, einzelne GPUs oder ASICs stärker zu machen, sondern den gesamten Wafer zu einem einzigen Rechen-Engine zu integrieren. Das ermöglicht es Cerebras, die Latenz sowie die Kosten für das Verschieben von Daten in traditionellen Multi-Chip-Systemen zu senken – bringt aber gleichzeitig sehr extreme Herausforderungen bei Stromversorgung und Kühlung mit sich.

Aus Joes Sicht liegt genau hier die Investment-Story von Vicor: Wenn die WSE-Architektur von Cerebras von mehr Cloud-Kunden übernommen wird, könnte Vicor als Anbieter für vertikale Stromversorgungslösungen von einem Anstieg bei Cerebras’ Auslieferungen und der Ausweitung des System-Deployments profitieren.

Diese Investment-Logik ähnelt der früheren „Schaufel“-Story in der KI-Server-Lieferkette. Der Markt kauft nicht zwingend nur das Chip-Unternehmen am Ende der Kette selbst – er verfolgt auch wichtige Komponenten-Lieferanten wie optische Kommunikation, Stromversorgung, Kühlung, Advanced Packaging, PCB und Server-ODM. AAOI gilt als eines der Themen rund um KI-Optikkommunikation und Anthropic; Joe packt VICR nun in das Cerebras-Lieferketten-Thema.

Vicor-Kapazitäten werden zum Fokus der Neubewertung: Erste fab; bis Jahresende möglicherweise 1,5 Milliarden US-Dollar Jahresleistung

Joe führt weiter aus: Wenn die erste Fabrik von Vicor in Andover, Massachusetts, Ende des Jahres nahezu an die maximale Kapazität heranreicht, könnte die annualisierte Kapazität bei 1,5 Milliarden US-Dollar liegen. Er zieht dafür Monolithic Power Systems (MPWR) als Vergleich heran. Er ist der Ansicht, dass die Umsatzgröße von MPWR im kommenden Jahr bei etwa 3,5 Milliarden US-Dollar liegen dürfte, die Marktkapitalisierung jedoch mehr als ein Dutzend Mal so hoch sei wie die von Vicor. Das bedeute: Wenn Vicor die erste fab voll auslasten kann, könnte der Markt die Bewertung möglicherweise neu ansetzen.

Ein weiterer Schwerpunkt von Joe ist die VPD-Technologie der zweiten Generation von Vicor. Er sagt, dass jüngst „große Hyperscaler“ und KI-Chip-OEMs die zweite Generation von Vicor VPD getestet hätten – und genau das sei einer der Gründe, warum das Unternehmen die Andover-Kapazitäten ausbaut.

Allerdings fällt dieser Teil derzeit noch in den Bereich von KOL-Schlussfolgerungen und Marktthemen; er kann noch nicht als offiziell bestätigte Kundennamenliste oder als Ergebnis einer Design-Integration betrachtet werden.

Patente und Lizenzgebühren: Vicors zweite Strom-Story

Neben dem Produktverkauf betont Joe außerdem die Patente und Lizenzgebühren von Vicor. Er sagt, Vicor habe im vergangenen Jahr nach erfolgreicher Verteidigung von geistigem Eigentum bereits etwa 90 Millionen US-Dollar annualisierte Lizenzgebühren. In den kommenden ein bis zwei Jahren bestehe die Möglichkeit, dass diese 180 Millionen US-Dollar übersteigen, und das Unternehmen habe weiterhin eine zweite ITC-Angelegenheit am Laufen – mit Zielunternehmen wie Delta und MPWR.

Vicor führt tatsächlich proaktiv Patentstreitigkeiten im Bereich Stromversorgungsmodul. Die US International Trade Commission (USITC) hatte im Februar 2026 bekannt gegeben, dass sie auf Basis einer im Januar eingereichten Beschwerde von Vicor 337-Untersuchungen zu bestimmten Spannungswandlern, Komponenten von Leiterplattenbaugruppen und Computersystemen, die entsprechende Produkte enthalten, eingeleitet habe.

Bloomberg Law hatte zudem berichtet, dass Vicor Patentverletzungsklagen gegen Wettbewerber wie Luxshare, Delta Electronics, Monolithic Power Systems und Wistron eingereicht habe – mit Bezug auf Stromversorgungsmodul- und Leiterplattenprodukte.

Das verleiht Vicor eine zusätzliche Ebene in Form einer „AI-Strom-IP-Lizenz“-Story. Wenn der Markt davon überzeugt ist, dass die Kernstromversorgungsarchitektur von Vicor nicht ersetzbar ist und die Patentbarrieren in hochmargige Lizenzgebühren umgewandelt werden können, wäre Vicor nicht nur ein Anbieter von Hardware-Komponenten, sondern könnte für Investoren eher als IP-Plattformunternehmen im Bereich „KI-Strom“ wahrgenommen werden.

Gründerbeteiligung und founder-led Story: Joe schätzt Vicors Governance-Struktur

Joe nennt außerdem besonders die Beteiligung von Patrizio Vinciarelli, Gründer und CEO von Vicor. Er ist der Ansicht, dass Vicor zu den wenigen börsennotierten und bereits profitablen Halbleiterunternehmen in den USA gehört, bei denen der Gründer immer noch einen sehr hohen Anteil am Eigenkapital hält. Für ihn bedeutet das, dass die Interessen von Management und Aktionären stark miteinander ausgerichtet sind – und Vicor damit eine Bewertungsprämie im Sinne eines „founder-led company“ haben könnte.

Solche Storys sind im US-Aktienmarkt keineswegs selten. Von NVIDIA und Tesla bis hin zu mehreren Software- und Halbleiterunternehmen wird Gründerführung von Bullen häufig als Pluspunkt für langfristige Ausführungskraft, Produktvision und Disziplin bei der Kapitalallokation gesehen. Für Vicor gilt aber am Ende: Der Markt wird zu drei überprüfbaren Fragen zurückkehren. Erstens: Können Cerebras oder andere KI-Kunden weiterhin stark nachfragen und ihr Volumen ausbauen? Zweitens: Kann Vicor den Kapazitätsaufbau reibungslos hochfahren? Drittens: Können die Einnahmen aus Patentlizenzen wirklich wachsen und sich ausweiten?

Der Artikel „Cerebras IPO treibt Lieferketten-Nachfrage: Vicors Strom-Story und AI-Strom-IP-Lizenz-Thema“ erschien zuerst auf 链新闻 ABMedia.

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