Laut einer aktuellen Reuters-Umfrage unter Ökonomen, die vom 17. bis 21. April durchgeführt wurde, wird erwartet, dass die Federal Reserve mindestens weitere sechs Monate abwartet, bevor sie 2024 die Zinsen senkt. Die Verschiebung spiegelt inflationäre Belastungen wider, die von dem seit etwa zwei Monaten andauernden Krieg im Nahen Osten ausgelöst wurden und die Energiepreise drastisch erhöht haben.
Umfrageergebnisse zu Zins-Erwartungen
In der Umfrage vom 17. bis 21. April sagten 56 von 103 Ökonomen voraus, dass der Leitzins bis Ende September zwischen 3.50% und 3.75% stabil bleiben werde. Das stellt eine erhebliche Abweichung von den Erwartungen Ende März dar, als fast 70% der befragten Ökonomen damit rechneten, dass es bis September mindestens eine Zinssenkung geben würde.
Fast ein Drittel der befragten Ökonomen glaubt inzwischen, dass es in 2024 überhaupt keine Zinssenkungen geben wird – eine Zahl, die im Vergleich zur vorherigen Umfrage nahezu verdoppelt wurde.
Inflation und Auswirkungen auf Verbraucher
Steigende Kraftstoffkosten haben das Vertrauen der Verbraucher auf historische Tiefstände gedrückt und frühere Markterwartungen einer frühen Zinssenkung zunichtegemacht. Sogar die am stärksten geldpolitisch entgegenkommenden Mitglieder der Fed argumentieren inzwischen, dass die Inflation weiterhin „beunruhigend hoch“ sei, was die Wahrscheinlichkeit einer schnellen geldpolitischen Lockerung schwächt.
Ausblick auf Zinssenkung zum Jahresende
Trotz der Verzögerungen in nächster Zeit erwarten die meisten befragten Ökonomen weiterhin mindestens eine Zinssenkung bis Ende 2024. Die mittlere Prognose geht von einer einzigen Zinssenkung aus, im Einklang mit den vom Fed „Dot Plot“ veröffentlichten Projektionen, die im letzten Monat herausgegeben wurden.