
Laut einem am 23. Mai von CCN zitierten Investigativbericht hat die FIFA am 2. April bekanntgegeben, dass ADI Predictstreet als offizieller Kooperationspartner für den Vorhersagemarkt der Weltmeisterschaft 2026 bestimmt wurde. Vor der Bekanntgabe durch ADI Predictstreet war das Unternehmen in der Branche der Vorhersagemärkte nahezu unbekannt, im Gegensatz zu den bereits etablierten Marken Polymarket und Kalshi.
Hintergrund von ADI Predictstreet: Verbindung zu Abu Dhabi und Zusammenarbeit mit DAZN
Die ADI-Stiftung ist ein Blockchain-Projekt mit Sitz in Abu Dhabi, das von Sirius International Holding (IHC Digital, wobei IHC zu den weltweit größten Investmentgesellschaften gehört) gegründet wurde. Laut einem Bericht von SportsPro plant ADI, vor Beginn der Weltmeisterschaft eine globale Plattform für Vorhersagemärkte mit FIFA-offiziellen historischen Daten zu starten. DAZN hat bekanntgegeben, dass es mit ADI Predictstreet eine strategische Zusammenarbeit eingegangen ist. ADI Predictstreet (Predict Street Ltd) besitzt eine Glücksspiel-Lizenz aus Gibraltar, jedoch haben die Austragungsländer der Weltmeisterschaft (USA, Kanada, Mexiko) jeweils unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen, sodass die Gibraltar-Lizenz diese Compliance-Fragen in den jeweiligen Regionen nicht automatisch lösen kann.
Josimar- und ABC-News-Ermittlungen: Erkenntnisse
In einem Investigativbericht von Josimar heißt es, dass ADI Predictstreet bei der Ankündigung der Transaktion noch kein ausgereiftes Produkt hatte und dass es bisher nur eine begrenzte öffentlich nachverfolgbare Betriebshistorie gibt. Laut einem Bericht von ABC News trat zudem eine enge Person des Unternehmens in Erscheinung, der frühe Wegbereiter Ajay Bhatia, als die FIFA die Zusammenarbeit bekanntgab. Zuvor hatte Bhatia sich bereits in einem Insiderhandelsverfahren geeinigt, das in Indien angestrengt worden war; Bhatia bestreitet, dass es unzulässiges Verhalten gegeben habe. Ein weiterer Josimar-Bericht untersuchte Dimitrios Psarrakis, den CEO von ADI, sowie seine Verbindung zu „Qatar Gate“ (dem Lobbying-Skandal im EU-Parlament). Außerdem gibt es Berichte, wonach der Anti-Geldwäsche-Beauftragte Colin Piri zuvor von einer Gibraltar-Behörde daran gehindert worden war, in diesem Bereich tätig zu werden, weil es bei seinem früheren Arbeitgeber Mängel im Bereich der Geldwäschebekämpfung gegeben habe. Die oben genannten Berichte bestätigten weder, dass das Weltmeisterschaftsprodukt von ADI Predictstreet scheitern werde, noch, dass die FIFA gegen Regeln verstoßen habe.
Häufige Fragen
Warum hat die FIFA ADI Predictstreet statt Polymarket oder Kalshi ausgewählt?
Derzeit gibt es keine öffentlich einsehbaren Unterlagen, die die genauen Entscheidungsgründe der FIFA erklären, und es gibt keine öffentlich verfügbaren Belege dafür, dass die FIFA Polymarket oder Kalshi direkt abgelehnt hat. Front Office Sports zitiert Branchenexperten, wonach der Deal „viele Fragen aufwirft“. Die FIFA hat keine detaillierten Erklärungen dazu abgegeben, wie sie ihren Kooperationspartner ausgewählt hat.
Deckt die Gibraltar-Lizenz von ADI Predictstreet den rechtmäßigen Betrieb in den Ländern der Weltmeisterschaft ab?
Predict Street Ltd hält eine Glücksspiel-Lizenz aus Gibraltar. In den USA, Kanada und Mexiko werden Vorhersagemärkte unterschiedlich rechtlich eingeordnet; sie könnten als Glücksspiel, Finanzverträge oder als eingeschränkte Märkte für Sportereignisse betrachtet werden, sodass die Gibraltar-Lizenz diese Compliance-Fragen in diesen Regionen nicht automatisch löst. Die FIFA erklärte, dass Schutzmaßnahmen eine verantwortungsvolle Teilnahme unterstützen würden.
Welche konkreten Folgen hatten die Untersuchungsberichte von Josimar und ABC News?
Bis zum Zeitpunkt der Berichterstattung von CCN gab es keine öffentlich bekannten Erklärungen, dass die FIFA die Zusammenarbeit neu bewertet oder dass es einen Personalwechsel bei ADI Predictstreet gegeben hätte. Die Ermittlungsberichte haben zwar öffentlichen Druck auf die Due-Diligence-Arbeit der FIFA ausgeübt, jedoch wurde dadurch keine bestätigte regulatorische oder vertragliche Folge ausgelöst.