Die französischen Behörden haben 88 Personen, darunter 10 Minderjährige, im Zusammenhang mit Entführungen und Erpressungen angeklagt, die sich gegen Krypto-Inhaber richten, wie aus einer Mitteilung des Nationalen Öffentlichen Staatsanwaltsamts für organisierte Kriminalität (PNACO) hervorgeht, die am Freitag veröffentlicht wurde. Die Vorwürfe stehen im Zusammenhang mit 12 laufenden gerichtlichen Ermittlungen, die vom Pariser Justizgericht durchgeführt und von PNACO überwacht werden; 75 der 88 Personen wurden in Untersuchungshaft genommen.
Kriminelle Operationen und Methoden
Diese Fälle betreffen kriminelle Organisationen, die Entführungen durchführen und körperliche Gewalt einsetzen, um Opfer dazu zu zwingen, ihre Kryptowährungen zu übertragen. Laut der PNACO-Mitteilung umfassen die Straftaten Entführung, Freiheitsberaubung in einer organisierten Bande, Erpressung und versuchte Erpressung in einer organisierten Bande.
Vanessa Perrée, nationale Staatsanwältin für organisierte Kriminalität, charakterisierte die Schwere dieser Verbrechen: „Entführung, Freiheitsberaubung in einer organisierten Bande, Erpressung und versuchte Erpressung in einer organisierten Bande sind von besonderem Gewicht, sowohl wegen der den Einzelnen zugefügten Schäden als auch wegen der Methoden, mit denen Transfers von Krypto-Assets unter Zwang erlangt werden.“
Sicherheitswarnungen von französischen Behörden
Französische Behörden haben Kryptowährungsinhaber dazu aufgefordert, wachsam zu bleiben und eine umfangreiche Exponierung auf Social-Media-Plattformen zu vermeiden, die sie zu Zielen machen könnte. Sie rieten außerdem dazu, vorsichtig zu sein bei angeblichen Anfragen von Kriminellen, die sich als Behörden ausgeben und nach Informationen über ihren physischen Aufenthaltsort suchen.
Zunehmender Trend von „Wrench Attacks“
Crypto-Wrench-Attacken nehmen weltweit zu. Laut dem Blockchain-Analyseinstitut CertiK stiegen die Crypto-Wrench-Attacken im Jahr 2025 um 75 %, was zu ungefähr $41 Millionen an bestätigten Verlusten führte.
Bemerkenswerter Fall
Die Ermittlungen spiegeln ein umfassenderes Muster wider, das hochrangige Personen in der Krypto-Branche betrifft. David Balland, Mitgründer des Krypto-Hardwareentwicklers Ledger, und seine Ehefrau wurden im Januar 2025 von ihrem Zuhause in Zentralfrankreich entführt; die Tatverdächtigen suchten ein Lösegeld in Höhe von 10 Millionen Euro.