Deutschland weist den Commerzbank-Vorstoß von UniCredit aufgrund eines zu niedrigen Preises und des fehlenden Aufschlags zurück

Die deutsche Finanzbehörde hat am Dienstag den Übernahmevorschlag von UniCredit für den 12%-Anteil der Regierung an der Commerzbank abgelehnt. Begründet wurde dies mit einem zu niedrigen Preis, der keinen angemessenen Aufschlag auf den aktuellen Kurs der Commerzbank-Aktien enthalte. Die Behörde verwies außerdem auf Bedenken hinsichtlich dessen, was sie als aggressives Vorgehen der italienischen Bank bei der Verfolgung der Transaktion bezeichnete. Deutschland hatte seinen Commerzbank-Anteil nach der globalen Finanzkrise 2008 erworben und sich gegen UniCredits Kampagne ausgesprochen, sich mit dem deutschen Kreditgeber zu verbinden. Die Zurückweisung erfolgt, während die erste Angebotsphase von UniCredit ausläuft. Die Finanzbehörde erklärte, die Annahme des Angebots sei aus finanzieller Sicht nicht tragfähig, und betonte die Unterstützung für die Unabhängigkeit der Commerzbank sowie ihre Rolle bei der Finanzierung deutscher mittelständischer Unternehmen und des Finanzsektors in Frankfurt.

Deutsche Finanzbehörde nennt fehlenden Aufschlag in Ablehnungsstatement

Die staatliche Finanzbehörde erklärte, die Annahme des Angebots sei aus finanzieller Sicht nicht tragfähig, weil der Vorschlag keinen angemessenen Aufschlag auf den aktuellen Kurs der Commerzbank-Aktien enthalte. „Die Annahme des Angebots war bereits aus finanzieller Sicht keine Option, da es keinen angemessenen Aufschlag auf den aktuellen Kurs der Commerzbank-Aktien beinhaltet“, so die Behörde. Die Erklärung verhärtet die Position Berlins und verschafft der Commerzbank politischen Rückhalt, während sie sich UniCredits Vorgehen widersetzt. Die Finanzbehörde erklärte, sie unterstütze die Unabhängigkeit der Commerzbank, und verwies auf die Rolle der Bank bei der Finanzierung deutscher mittelständischer Unternehmen. Außerdem beschrieb sie die Commerzbank als integralen Akteur in Frankfurt, dem wichtigsten Finanzzentrum Deutschlands. „Beides muss auch in Zukunft sichergestellt werden“, sagte die Behörde. Deutschland hält einen 12%-Anteil an der Commerzbank, der nach der globalen Finanzkrise 2008 erworben wurde, und dieser Anteil stelle ein strategisches Hindernis dar, weil er Berlin Einfluss in der Aufsichtsstruktur der Commerzbank verschafft.

Commerzbank-Aktien notieren unter dem von UniCredit implizierten Angebotswert

Die Commerzbank-Aktien fielen am Dienstag unter den Preis, der durch das Angebot von UniCredit impliziert wurde, nachdem die Aktie seit dem Start des Angebots durchgehend über diesem Niveau gehandelt hatte. Die Commerzbank-Aktien wurden um 0812 GMT bei 36,53 € gehandelt, während UniCredit-Aktien bei 76,97 € lagen. Bei einem Tauschverhältnis von 0,485 neuen UniCredit-Aktien für jede angebotene Commerzbank-Aktie bewertete UniCredit Commerzbank mit 37,33 € je Aktie. Die Kursbewegung zeigt, dass der Markt die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Transaktion neu einschätzt. Wenn ein Zielunternehmen über dem implizierten Angebotspreis gehandelt wird, preist der Markt in der Regel entweder ein höheres Gebot oder starken Übernahmedruck ein. Wenn der Kurs darunter fällt, schwindet dieses Vertrauen.

Frankfurter Staatsanwaltschaft eröffnet vorläufige Untersuchung wegen Marktmanipulation

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft bestätigte, dass sie eine vorläufige Untersuchung zu möglicher Marktmanipulation im Zusammenhang mit dem Angebot eröffnet habe, allerdings ohne Details zu nennen. Die Untersuchung folgt auf eine Strafanzeige, die vom Betriebsrat der Commerzbank eingereicht wurde. Die Arbeitnehmervertretung hatte den Mitarbeitern mitgeteilt, man werde Beschwerde gegen nicht näher genannte Personen einreichen, nachdem Fragen aufgekommen waren, ob UniCredit Commerzbank-Aktien zu einem unter dem Marktpreis liegenden Kurs erworben habe. UniCredit erklärte, man sei sich des Vorgangs bewusst und bezeichnete die Reaktion der Staatsanwälte als routinemäßig, wenn solche Beschwerden eingereicht werden.

UniCredit-Angebot verlängert sich um 15 Tage ab dem 20. Juni

Das erste Angebot endet Dienstag und wird sich um weitere 15 Tage ab dem 20. Juni verlängern. Berlins Zurückweisung blockiert UniCredit nicht vollständig daran, die Kontrolle über die Commerzbank zu erlangen, da das Angebot des italienischen Kreditgebers aktiv bleibt, während der Prozess in ein zusätzliches Zeitfenster übergeht. Der 12%-Anteil der Regierung stellt ein strategisches Hindernis dar, weil er Berlin Einfluss in der Aufsichtsstruktur der Commerzbank verschafft, wo der Aufsichtsrat das Management bestellt und bei der Überwachung der Strategie hilft.

FAQ

Warum hat Deutschland das Angebot von UniCredit für Commerzbank-Aktien abgelehnt?
Die deutsche Finanzbehörde lehnte das Angebot ab, weil es keinen angemessenen Aufschlag auf den aktuellen Kurs der Commerzbank-Aktien enthält. Die Behörde nannte außerdem Bedenken hinsichtlich dessen, was sie als aggressives Vorgehen von UniCredit bezeichnete, und erklärte, die Annahme des Angebots sei aus finanzieller Sicht nicht tragfähig.

Wie hoch ist das Tauschverhältnis und der implizierte Wert des Angebots von UniCredit?
Das Angebot von UniCredit hat ein Tauschverhältnis von 0,485 neuen UniCredit-Aktien für jede angebotene Commerzbank-Aktie. Bei einem UniCredit-Kurs von 76,97 € um 0812 GMT am Dienstag bewertete das Angebot Commerzbank mit 37,33 € je Aktie, während die Commerzbank-Aktien zu diesem Zeitpunkt bei 36,53 € notierten.

Welche Untersuchung eröffneten die Frankfurter Staatsanwälte in Bezug auf das Angebot?
Die Frankfurter Staatsanwaltschaft bestätigte, dass sie eine vorläufige Untersuchung zu möglicher Marktmanipulation im Zusammenhang mit dem Angebot von UniCredit eröffnet habe. Die Untersuchung folgt auf eine Strafanzeige, die vom Betriebsrat der Commerzbank eingereicht wurde, nachdem Fragen aufkamen, ob UniCredit Commerzbank-Aktien zu einem unter dem Marktpreis liegenden Kurs erworben habe.

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