Goldmarkt-Ausblick: Vom Liquiditäts-Runup zu fundamentalen Treibern
CITIC Securities veröffentlichte einen Research-Report, der die Goldpreisdynamik bis 2025–2026 analysiert. Dabei kommt das Papier zu dem Schluss, dass Gold 2026 zwar fest bleibt, nachdem es 2025 stark gestiegen war, das Edelmetall jedoch im Vergleich zu anderen Assets wie Aktien, Kupfer und Öl an Stärke verliert. Laut dem Report löste der US-Iran-Konflikt eine Verschiebung der Marktdynamik aus, indem er die Inflationserwartungen beeinflusste und dazu führte, dass die übermäßige Liquiditätsbewertung, die Goldpreise seit September nach oben getrieben hatte, zurückging. Während das Liquiditäts-Repricing zurückweicht, wird erwartet, dass Gold zu seinen fundamentalen Treibern zurückkehrt: Umstrukturierung der Auftragslandschaft und Entdollarisierung, die beide die Käufe von Zentralbanken für Gold ankurbeln.
Liquiditäts-Repricing und Marktdynamik
Die Analyse von CITIC Securities identifiziert Liquiditätsbewertung als den wichtigsten Treiber für die starken Goldpreissteigerungen seit September. Der Report hält fest, dass geopolitische Spannungen – konkret der US-Iran-Konflikt – diese Dynamik durch die Beeinflussung der Inflationserwartungen unterbrochen und einen Rückzug bei liquiditätsgetriebenen Bewertungen ausgelöst hätten. Nachdem die übermäßige Liquiditätsbewertung durch den Konflikt „ausgewaschen“ wurde, deutet das Papier darauf hin, dass weitere Goldpreissteigerungen künftig in einem langsameren Tempo erfolgen könnten.
Fundamentale Treiber: Geopolitische Neuordnung und Entdollarisierung
Jenseits kurzfristiger Liquiditätsdynamiken nennt CITIC Securities zwei strukturelle Faktoren, die den fundamentalen Wert von Gold stützen: Umstrukturierung der Auftragslandschaft und Entdollarisierungstrends. Der Report zieht eine Parallele zum Russland-Ukraine-Konflikt, den er als Ereignis beschreibt, das „die alte globale Ordnung aufgerissen“ habe, und deutet damit an, dass der geopolitische Wettbewerb weiter voranschreitet. Diese Entwicklungen dürften die Zentralbanknachfrage nach Gold stützen, da Länder versuchen, die Dollarabhängigkeit zu verringern und ihre Reserven angesichts sich verändernder globaler Arrangements neu auszurichten.
Der Report kommt zu dem Schluss, dass die Fundamentaldaten von Gold zwar intakt bleiben, das Repricing der übermäßigen Liquidität jedoch darauf hindeutet, dass der Kurs des Goldpreisanstiegs in der Zukunft verhaltener ausfallen wird.