Laut Angaben von Vertrauten führt Alphabet, der Mutterkonzern von Google, Gespräche mit SpaceX unter der Leitung von Elon Musk. Geplant ist, einen Teststart für Orbital Data Centers durchzuführen. Das Ganze ist Teil von Googles zuvor bekanntgegebenem „Project Suncatcher“. Der Hauptzweck des Vorhabens liegt darin, die tatsächliche Leistungsfähigkeit von Machine-Learning-Technologien im Weltraumumfeld zu testen. Google rechnet damit, dass von der eigenen KI-Chip-Serie TPU stammende solarbetriebene Satelliten in die Umlaufbahn gebracht werden, um ein vernetztes Rechen-Netzwerk aufzubauen. Neben SpaceX hatte Google zuvor auch dargelegt, dass man eine Zusammenarbeit mit anderen Startdienstleistern wie Planet prüfe.
Googles „Suncatcher“-Projekt und Space-Computing
Google erwähnte das „Project Suncatcher“ erstmals in einem offiziellen Blogbeitrag im vergangenen November. Das Kernziel des Projekts besteht darin, zu erforschen, wie sich durch ein vernetztes Netz aus solarbetriebenen Satelliten die Sonnenenergie für effizientes Hochleistungs-Computing optimal nutzen lässt. Um dieses Ziel zu erreichen, plant Google, Prototyp-Satelliten zu starten, um die tatsächliche Funktionsweise von Machine Learning im Weltraumumfeld zu testen. Das Vorhaben markiert einen ersten Versuch, dass sich die Cloud-Computing-Infrastruktur von der Erde hin zur Low-Earth-Orbit ausdehnen könnte. Dabei sollen neue Wege gefunden werden, um das Problem des enormen Energieverbrauchs von Rechenzentren zu adressieren, indem man Sonnenenergie gewinnt.
Prototyp-Satelliten werden mit TPU zur KI-Verstärkung ausgestattet
Technisch sollen diese Prototyp-Satelliten mit Googles selbst entwickelter Tensor Processing Unit (TPU) KI-Chips ausgestattet werden. TPU sind speziell entwickelte integrierte Schaltkreise zur Beschleunigung von Machine-Learning-Workloads. Die Platzierung der TPU in einer Raumorbitalbahn bedeutet, dass die Satelliten große Datenmengen direkt vor Ort verarbeiten können. Dadurch sinken Verzögerungen und der Bedarf an Bandbreite für die Rückübertragung zu terrestrischen Empfangsstationen. Die Anwendung dieser Edge-Computing-Technik im Weltraum wird zu einem entscheidenden Maßstab dafür, wie gut Googles Space-AI-Infrastruktur tatsächlich funktioniert.
Google prüft Starts mit SpaceX und Planet
Um das Satelliten-Startvorhaben umzusetzen, steht Google derzeit im Kontakt mit mehreren Startdienstleistern. Wie die „Wall Street Journal“ berichtet und Vertraute mitgeteilt haben, führt Google aktive Gespräche mit SpaceX, um die Startmodalitäten für Testprodukte zu klären. Gleichzeitig hat Google zuvor öffentlich gemacht, dass man mit weiteren potenziellen Partnern, darunter Planet, die Bewertung von Startverträgen prüft. Diese Mehrgleis-Strategie zeigt, dass Google die Startkosten, die Nutzlast-Fähigkeiten und die Zeitpläne der einzelnen Anbieter umfassend gegeneinander abwägt, um sicherzustellen, dass das Testprogramm für die Orbital Data Centers planmäßig weiter vorankommt.
Der Beitrag, den Google gemeinsam mit SpaceX plant: „Project Suncatcher“-Aufbau für Space-AI-Computing, erschien zuerst auf Kettennews ABMedia.