
Harvard Management Company, eine Vermögensverwaltungsinstitution der Harvard University, hat bei der SEC eine 13F-Meldung für das erste Quartal 2026 eingereicht. Daraus geht hervor, dass der Bestand an dem Bitcoin-Spot-ETF von BlackRock (IBIT) um etwa 43% gesunken ist; die Position liegt nun bei 117 Millionen US-Dollar. Die Position in dem BlackRock-Spot-Ethereum-ETF im ursprünglichen Gegenwert von rund 86,8 Millionen US-Dollar wurde vollständig verkauft.
Bitcoin-ETF (IBIT, BlackRock):
Q1 2026 Bestand: rund 117 Millionen US-Dollar
Quartalsveränderung: Rückgang um etwa 43%
Hintergrund: Harvard hat Anfang 2026 bereits bei dem Bitcoin-ETF weiter reduziert und gleichzeitig erstmals eine Position in dem Ethereum-ETF aufgebaut
Ethereum-ETF (ETHA, BlackRock):
Q1 2026 Bestand: 0 (vollständig ausverkauft)
Ursprüngliche Position Q4 2025: rund 86,8 Millionen US-Dollar
Erstaufbau: im vierten Quartal 2025; nach einem Halt von einer Saison vollständiger Ausstieg
Öffentliche Unterlagen bestätigen, dass der Fonds Mubadala aus Abu Dhabi zeitgleich weiterhin IBIT aufstockt. Das Volumen der Position ist auf etwa 566 Millionen US-Dollar gestiegen und zählt damit derzeit zu den aktivsten Staatsfonds weltweit, die Bitcoin-ETFs halten.
Der Abbau seitens Harvard und der Ausbau durch Mubadala spiegeln eine deutliche strategische Divergenz institutioneller Gelder bei der Allokation von Krypto-ETFs nach dem Eintritt in das Jahr 2026 wider. Marktteilnehmer weisen darauf hin, dass sich die Phase eines umfassenden Ausbaus nach der Zulassung der Spot-ETFs im Jahr 2024 inzwischen hin zu einer feineren Allokation verschoben hat, die sich an den jeweiligen Risikopräferenzen und den Anforderungen an die Liquidität orientiert.
Wettbewerb um Staking-Erträge: Der US-Spot-Ethereum-ETF unterstützt derzeit keine direkte Bereitstellung von Staking-Erträgen. Wer hingegen Ethereum direkt hält oder Strategien für Erträge aus On-Chain-Ansätzen nutzt, kann diese Erträge erzielen. Für Teile institutioneller Anleger ist die Attraktivität des ETF-Formats daher geringer als bei einem On-Chain-Holding oder bei direktem Halten von Coins.
Regulatorische Unsicherheit: Der Fortschritt bei US-Kryptorechtsvorhaben verläuft widersprüchlich. Die Citigroup hat ihre Preisschätzungen für Bitcoin und Ethereum für die nächsten 12 Monate nach unten korrigiert, nachdem die Umsetzungsgeschwindigkeit der Regulierung langsamer geworden ist.
Harvard Management Company hat in den Unterlagen keine konkreten Gründe für die vollständige Glattstellung offengelegt. Eine Marktanalyse deutet auf eine Neuausrichtung des Portfolios, ein Risikomanagement und einen Bedarf an Liquiditätsallokation hin. Zu den strukturellen Faktoren zählen: Der US-Spot-Ethereum-ETF bietet keine Staking-Erträge, und die Zunahme der regulatorischen Unsicherheit sorgt dafür, dass institutionelle Anleger ihre Haltung zur Allokation von Ethereum eher vorsichtig beibehalten.
Laut 13F-Dokumentation liegt Harvards IBIT-Position derzeit bei etwa 117 Millionen US-Dollar. Damit bleibt es eine bedeutende institutionelle Allokation. 13F deckt nur Bestände auf, die unter die Pflicht zur Meldung fallen; die vollständige Krypto-Vermögensallokation von Harvard Management Company könnte über das hinausgehen, was in den Dokumenten ausgewiesen ist.
Mubadala (Aufstockung um 566 Millionen US-Dollar) und Harvard (Abbau um 117 Millionen US-Dollar) gingen in derselben Zeit in entgegengesetzte Richtungen. Das zeigt Unterschiede in den Strategien von Universitätsfonds und Staatsfonds bei der Allokation von Krypto-ETFs. Die Unterschiede ergeben sich vor allem aus verschiedenen Faktoren wie dem Anlagehorizont, der Kapitalgröße und den übergeordneten strategischen Zielen: Staatsfonds haben typischerweise einen längeren Anlagehorizont und eine höhere Risikotoleranz.
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