
Laut einem Bericht von Reuters vom 21. April hat das Prospekt für den Börsengang von SpaceX einen höchst ungewöhnlichen Chefetagen-Vergleich bei der Vergütung offengelegt: Der Gesamtvergütungsbetrag der Präsidentin und Chief Operating Officer Gwynne Shotwell beläuft sich auf 85,8 Millionen USD, womit sie zu den bestbezahlten Führungskräften in den USA aufsteigt; während der Chief Executive Officer Elon Musk, der in großem Umfang SpaceX-Aktien hält, lediglich ein Jahresgehalt von 54.080 USD bezieht.
Der Börsengang von SpaceX weist mehrere ungewöhnliche Punkte auf. Das Unternehmen plant, Aktien im Umfang von etwa 75 Milliarden USD zu verkaufen, was nur weniger als 5% der gesamten Marktkapitalisierung des Unternehmens entspricht; das Streubesitzverhältnis liegt damit deutlich unter dem typischer IPOs. 30% der Anteile werden an Privatanleger vergeben, was bei vergleichbaren Großtechnologieunternehmen, die an die Börse gehen, äußerst selten ist. Darüber hinaus passen der Indexanbieter seine Aufnahmeregeln an: Er erlaubt passiven Fonds, die SpaceX-Aktien schneller als üblich in ihre Portfolios aufzunehmen, was die Marktnachfrage weiter anheizt.
Nach dem Analyse-Framework von Reuters lässt sich SpaceX in vier Teile zur Bewertung zerlegen:
Raketen-Geschäft: Im vergangenen Jahr wurden 165 Starts mit einem neuen Rekord absolviert, der Umsatz wird jedoch nur auf etwa 4,0 Milliarden USD geschätzt. Zudem konnte das Unternehmen historisch gerade so die Gewinnschwelle halten; selbst bei einer 5-fachen Umsatzbewertung läge der Betrag nur bei rund 20 Milliarden USD.
Starlink: Der Umsatz soll 2026 voraussichtlich 20 Milliarden USD erreichen, was gegenüber 2025 einem Wachstum von über 50% entspricht. Bei einer Bewertung auf Basis des 32-fachen historischen Umsatzes entspräche das etwa 640 Milliarden USD und ist damit die derzeit am besten quantifizierbare Komponente der Bewertung.
xAI (inkl. X-Community-Netzwerk): In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres belief sich der Verlust auf rund 8,0 Milliarden USD; wenn man die Bewertung von 250 Milliarden USD berücksichtigt, die beim Zusammenschluss von SpaceX angesetzt wurde.
Zusammen kommen die drei auf rund 910 Milliarden USD, was immer noch nicht einmal die Hälfte der 1,75 Billionen USD Bewertung ausmacht.
Die verbleibende Lücke in der Bewertung muss mit Musks Vision gefüllt werden – Weltraumdatenzentren (geplant bis zu 1 Million Satelliten), Asteroidenbergbau, Weltraumtourismus und letztlich die Marskolonisierung. Diese Ideen stoßen derzeit an reale Grenzen: Google schätzt, dass Weltraumenergie nur dann wirtschaftlich machbar wird, wenn die Startkosten auf unter 200 USD pro Kilogramm gesenkt werden; SpaceX liegt derzeit jedoch bei etwa 1.500 USD pro Kilogramm.
Musk gibt mit dem Tesla-Beispiel hingegen eine Präzedenz, dass der öffentliche Markt bereit ist, für futuristische Visionen zu zahlen – Teslas Marktkapitalisierung von 1,3 Billionen USD beruht vor allem auf Erwartungen an humanoide Roboter und autonomes Fahren, weniger auf den bestehenden Verkaufszahlen. Der Logik des IPO von SpaceX könnte sich möglicherweise an einem ähnlichen narrativen Rahmen orientieren.
Aus traditioneller Sicht lässt sich das nur schwer vollständig begründen – die IPO-Bewertung entspricht etwa dem 100-fachen des historischen Umsatzes, und das Unternehmen befindet sich derzeit weiterhin in der Verlustzone. Analysten sind der Ansicht, dass die bestehenden Geschäfte (Starlink etwa 640 Milliarden, xAI etwa 250 Milliarden, Raketen etwa 20 Milliarden) zusammen rund 910 Milliarden erklären können, also nur etwas mehr als die Hälfte der Bewertung; die andere Hälfte hängt von der Marktbewertung der zukünftigen Vorstellungen von Musk ab.
Muskens Hauptinteressen kommen vor allem durch den Besitz großer Mengen an SpaceX-Aktien zum Ausdruck; Vermögen und Unternehmensmarktkapitalisierung hängen direkt zusammen. Die Vereinbarung eines symbolischen Gehalts beruht teilweise auf steuerlichen Überlegungen (der Steuersatz für Einkommen aus Gehältern ist höher als der für Kapitalerträge) und hat zudem die Funktion, das Signal zu setzen, „den langfristigen Nutzen des Unternehmens in den Vordergrund zu stellen“.
Derzeit sieht es so aus. Starlink ist das einzige Geschäft mit bereits erzeugtem, quantifizierbarem und schnell wachsendem Umsatz (Schätzung: 20 Milliarden USD bis 2026) und steht noch keinem echten Wettbewerb gegenüber (der Amazon-LEO-Dienst startet erst in diesem Sommer). Analysten schätzen, dass Starlink zur Bewertung von SpaceX etwa 640 Milliarden USD beitragen kann, also zum größten Teil der derzeitigen Bewertungssicherheit.
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