Eine Untersuchung der New York Times behauptet, dass hochrangige Mitarbeiter bei der US-amerikanischen Commodity Futures Trading Commission (CFTC) ausgebremst, suspendiert oder aus dem Amt gedrängt wurden, nachdem sie Bedenken bezüglich Kryptounternehmen und Anbietern von Prognosemärkten geäußert hatten, die mit Verbündeten von US-Präsident Donald Trump in Verbindung stehen. Laut der NYT-Untersuchung sahen sich mehrere CFTC-Beamte, die die regulatorische Behandlung von Prognosemarkt-Gesellschaften wie Polymarket, Kalshi und Gemini hinterfragt hatten, interner Vergeltung ausgesetzt oder wurden von zentralen Aufsichtsrollen entfernt. Die Untersuchung, die am 24. Mai 2026 veröffentlicht wurde, hat die Aufmerksamkeit für politischen Einfluss innerhalb einer der wichtigsten Finanzaufsichtsbehörden in Washington verstärkt, während sich die Kryptopolitik immer stärker mit parteipolitischen Interessen verknüpft.
Die Spannungen nahmen zu, nachdem erfahrene Mitarbeiter Bedenken darüber geäußert hatten, ob politisch verbundene Krypto- und Prognosemarkt-Unternehmen ungewöhnlich wohlwollende Behandlung durch Präsident Trump erhielten – insbesondere nachdem er seine Haltung zu Prognosemärkten abgeschwächt hatte, obwohl er sie anfangs kritisiert hatte. Die NYT-Untersuchung behauptet, dass Strafverfolgungsmitarbeiter neu zugewiesen oder suspendiert wurden, interne Untersuchungen Berichten zufolge ins Stocken gerieten, Bedenken über prognosemarktbezogene Vorhaben im Zusammenhang mit Wahlen wurden nach hinten priorisiert und hochrangige Beamte sollen Mitarbeiter unter Druck gesetzt haben, die Herangehensweise an die Aufsicht zu entschärfen.
NYT Untersuchung-Details
Laut der NYT-Untersuchung griff Caroline D. Pham, damals amtierende Vorsitzende der CFTC, und ihre leitende Rechtsberaterin ein, um den Unternehmen dabei zu helfen, zu bekommen, was sie wollten. Die Untersuchung soll sich besonders stark auf Polymarket und Kalshi konzentriert haben, die zentralen Akteure, die politisches und wirtschaftliches prädiktives Event-Trading antreiben.
Die Vorwürfe spiegeln breitere Bedenken wider, dass politischer Einfluss Entscheidungen im Bereich Durchsetzung innerhalb von Finanzbehörden prägt – in einer Phase, in der der Kongress über Gesetze zu Stablecoins, Krypto-Marktstrukturvorhaben und umfassendere Reformen debattiert, die die Rolle der CFTC bei der Aufsicht über digitale Vermögenswerte deutlich erweitern könnten.
Prognosemärkte und politische Sensibilität
Die Kontroverse zeigt, wie Prognosemärkte sich in rasantem Tempo von Nischen-Experimenten zu politisch sensibler Infrastruktur entwickelt haben. Plattformen, die Nutzern erlauben, auf Ergebnisse von Wahlen, Entscheidungen zu Zinssätzen und geopolitische Ereignisse zu spekulieren, haben in den vergangenen zwei Jahren ein explosionsartiges Wachstum verzeichnet. Verträge, die mit dem US-Wahlzyklus 2026 zusammenhängen, sollen Berichten zufolge Hunderte Millionen US-Dollar an Handelsvolumen erzeugt haben.
Unterstützer argumentieren, dass diese Märkte die Preisfindung und öffentliche Prognosen verbessern, indem sie Stimmungen in Echtzeit aggregieren. Kritiker warnen, dass sie Manipulationsrisiken und politische Konflikte schaffen.
Regulatorische Lage und breitere Debatte
Die NYT-Untersuchung fügt eine weitere Ebene zu den laufenden Debatten in Washington darüber hinzu, wer die Kryptopolitik kontrolliert und wie aggressiv Unternehmen aus dem digitalen-Asset-Bereich beaufsichtigt werden sollten. Die CFTC gilt seit langem als innovationsfreundlicher Regulator im Vergleich zur SEC, und es gibt Forderungen, dass sie digitale Vermögenswerte kontrollieren solle.
Die Vorwürfe verdeutlichen, wie sich die Krypto-Regulierung in den Vereinigten Staaten zu einem Teil eines größeren politischen und institutionellen Machtkampfs entwickelt. Was als Debatten über Tokens und Börsen begann, hat sich zu Streitigkeiten ausgeweitet, die Regulierer, Politiker und das breitere Finanzwesen betreffen.