Die Blockchain-Zahlungsfirma Ripple hat über ihre institutionelle Sparte Ripple Prime eine revolvierende Kreditlinie im Umfang von 200 Millionen US-Dollar erhalten, die durch Vermögenswerte abgesichert ist. Sie stammt aus dem speziellen Finanzbereich der Vermögensverwaltung Neuberger Berman (Neuberger Berman) und soll zum Ausbau ihres margenbasierten Kreditgeschäfts genutzt werden. Laut Bloomberg kann Ripple Prime je nach Bedarf institutioneller Investoren in Tranchen Geld abrufen—für Kredite gegen Aktien, festverzinsliche Wertpapiere und Krypto-Assets. Der Gesamtumfang kann dabei bis zu 200 Millionen US-Dollar betragen.
Kreditstruktur: über mehrere Asset-Klassen hinweg, mit einer einzigen Kreditstruktur
Das Besondere an dieser Kreditlinie ist „über mehrere Asset-Klassen hinweg, mit einer einzigen Kreditstruktur“. Ripple Prime kann unter Sicherheiten für die Mittel gleichzeitig institutionellen Kunden Margin-Geschäfte in traditionellen Aktien, festverzinslichen Produkten sowie in Krypto-Assets wie Bitcoin und Ether ermöglichen. Für institutionelle Trader bedeutet das: Mit demselben Broker-Konto können sie Leverage über verschiedene Märkte hinweg einsetzen, ohne für jede Asset-Klasse separat Kredit beantragen zu müssen.
Ripple-Prime-Präsident Noel Kimmel sagte: „Diese Fazilität schafft eine einheitliche Kreditstruktur für mehrere Asset-Klassen und erweitert unmittelbar unsere Fähigkeit, Finanzierungstransaktionen für unsere Kunden durchzuführen und Risiken zu managen.“ Die Mittel stammen aus Neuberger Bermans „Specialty Finance Group“ und damit aus dem Private-Credit-Geschäftszweig des Vermögensverwalters.
Bedeutung für die Ripple-Gruppe: vom XRP-Emittenten zum institutionellen Dienstleister
Ripple Prime ist das Ergebnis der weiteren Geschäfts-Integration nach der Übernahme des digitalen-Asset-Brokers Hidden Road durch Ripple im Jahr 2024. Die Positionierung zielt darauf ab, Institutionen mit einer Abwicklung und Verwahrung über verschiedene Asset-Klassen hinweg zu bedienen. Dass Ripple Prime nun eine Kreditlinie über 200 Millionen US-Dollar erhalten hat, ist seit der Integration die erste institutionelle Kreditlinie direkt von einem großen Anbieter klassischer Vermögensverwaltung.
Neuberger Berman ist ein US-amerikanisches Traditionsunternehmen im Bereich Asset Management, das mehr als 500 Milliarden US-Dollar verwaltet. Seine Private-Credit-Fonds haben sich in den letzten Jahren schnell ausgeweitet (2025 konnten der fünfte Private-Credit-Fonds 7,3 Milliarden US-Dollar einsammeln). Die Ausweitung seiner Kreditressourcen auf Margin-Kreditgeschäfte für Krypto-Institutionen bedeutet, dass klassische Kreditfonds beginnen, „Krypto-Broker“ als als Gegenpartei handelbar einzustufen.
Marktbedeutung: Skalierbarkeit bei institutionellen Margin-Kreditgeschäften
Institutionelle Margin-Kreditgeschäfte sind eine Schlüsselstufe in der Geschäftskette von Krypto-Instiutionskunden—wenn Hedgefonds, Market Maker und Family Offices bei Assets wie BTC, ETH und XRP Leverage einsetzen wollen, stellen traditionelle Banken in der Regel keinen Kredit bereit und es muss auf kryptonative Kreditgeber zurückgegriffen werden. In der Vergangenheit wurde dieser Markt von nur wenigen Akteuren wie Genesis und Galaxy dominiert, und die Kapitalkosten waren vergleichsweise hoch.
Wenn Kreditressourcen auf dem Niveau großer Vermögensverwalter in diese Kette hineinwirken, wird sich das Angebot für institutionelle Margin-Kreditgeschäfte schrittweise an das traditionelle Finanzsystem angleichen. Die Finanzierungskosten könnten sinken und das Volumen könnte sich vergrößern. Dass Ripple Prime eine Kreditlinie in Höhe von 200 Millionen US-Dollar erhalten hat, ist ein konkretes Signal für diesen Wandel.
Zu den später nachverfolgbaren Ereignissen gehören: das tatsächliche Abrufen des Kreditrahmens durch Ripple Prime, das Wachstum des Margin-Transaktionsvolumens bei institutionellen Kunden sowie ob andere Vermögensverwaltungsgesellschaften ähnliche Kreditlinien nachziehen.
Der Artikel „Ripple Prime erweitert den institutionellen Margin-Kreditrahmen mit Neuberger über 200 Millionen US-Dollar“ erschien zuerst bei 鏈新聞 ABMedia.