Die SEC prüft tokenisierte Wertpapierkäufe im DeFi-Handel

SEC erwägt tokenisierten Aktienhandel auf DeFi-Plattformen

Die US-Börsenaufsicht SEC (U.S. Securities and Exchange Commission) prüft einen bedeutenden regulatorischen Wandel, der es Blockchain-Plattformen ermöglichen könnte, tokenisierte Versionen von öffentlich gehandelten Aktien über dezentrale Finanzinfrastruktur anzubieten. Dem Vernehmen nach, in mehreren Berichten unter Berufung auf Bloomberg sowie regulatorische Quellen, bereitet die SEC einen „Innovation-Exemption“-Rahmen vor, der es tokenisierten Wertpapieren erlauben könnte, auf kryptonativen Plattformen außerhalb der traditionellen Börseninfrastruktur zu handeln. Der Vorschlag ist Teil des umfassenderen Vorstoßes des SEC-Vorsitzenden Paul Atkins, die US-Finanzmarktinfrastruktur zu modernisieren und die Blockchain-Nutzung in regulierten Kapitalmärkten zu beschleunigen. Der Rahmen könnte es potenziell Drittparteien ermöglichen, Blockchain-basierte Token auszugeben, die an Unternehmensanteile öffentlicher Gesellschaften gekoppelt sind, ohne eine direkte Genehmigung durch die börsennotierten Unternehmen selbst zu benötigen. Branchenanalysten sagen, der Vorschlag könnte eine der bedeutendsten strukturellen Veränderungen für den Handel mit Wertpapieren seit dem Aufstieg elektronischer Börsen darstellen.

Überblick über den Rahmen

Im Rahmen der vorgeschlagenen Ausnahme würden tokenisierte Aktien den Kursen der zugrunde liegenden Anteile folgen und auf dezentralen Protokollen, alternativen Handelssystemen oder blockchainbasierten Finanznetzwerken gehandelt werden können. Die Token würden blockchainbasierte Versionen von Aktien abbilden, die on-chain mit nahezu sofortiger Abwicklung und Marktzugang rund um die Uhr handelbar sind.

Mehrere Berichte deuten darauf hin, dass die SEC Bedingungen auferlegen könnte, um zu begrenzen, welche tokenisierten Aktien für die Ausnahme qualifizieren. Plattformen könnten demnach davon ausgeschlossen werden, Produkte zu listen, die keine zentralen Aktionärsrechte wie Stimmrechte, Dividendenzugang oder Rückkaufmechanismen bieten, die mit den zugrunde liegenden Wertpapieren verknüpft sind.

Institutionelle Annäherung und Marktnutzung

Die Gespräche der SEC zu tokenisierten Aktien spiegeln ein wachsendes institutionelles Interesse an blockchainbasierten Kapitalmärkten wider. Im vergangenen Jahr haben große Finanzinstitute einschließlich Nasdaq, DTCC, BlackRock, JPMorgan und Franklin Templeton ihre Tokenisierungsinitiativen ausgebaut, die sich auf Aktien, Treasuries, Geldmarktfonds sowie auf Abwicklungsinfrastruktur beziehen.

Analysten sagen, tokenisierte Aktienmärkte könnten die Abwicklungszeiten und operativen Kosten erheblich reduzieren und gleichzeitig den Zugang für globale Investoren erweitern. Herkömmliche US-Aktienmärkte funktionieren derzeit nach T+1-Abwicklungsregeln und mit begrenzten Handelszeiten, während blockchainbasierte Märkte Transaktionen theoretisch innerhalb von Sekunden abwickeln und kontinuierlich laufen können.

Regulatorisches Vorbild

Die SEC hat bereits mehrere erste Schritte unternommen, um Blockchain-Infrastruktur in regulierte Wertpapiermärkte zu integrieren. Anfang dieses Jahres veröffentlichte die Behörde Leitlinien, die klarstellten, dass tokenisierte Wertpapiere weiterhin den bestehenden Wertpapiergesetzen unterliegen, unabhängig davon, ob sie on-chain repräsentiert werden. Die SEC genehmigte außerdem begrenzte tokenisierungsbezogene Dienstleistungen für die DTCC-Infrastruktur Ende 2025.

Gleichzeitig wird weiterhin darüber diskutiert, wie dezentrale Finanzprotokolle (DeFi) die Pflichten zum Anlegerschutz, zur Verwahrung (Custody) und zur Bekämpfung von Geldwäsche erfüllen sollten. Die vorgeschlagene Innovation-Exemption könnte als Testrahmen dienen, der den Handel mit blockchainbasierten Wertpapieren unter angepassten regulatorischen Anforderungen erlaubt, während ein breiteres Krypto-Gesetzgebungsverfahren in Congress noch verhandelt wird.

Bedenken zu Anlegerschutz und Marktfragmentierung

Der Vorschlag hat Bedenken bei traditionellen Marktteilnehmern ausgelöst, insbesondere hinsichtlich Anlegerschutz und potenzieller Fragmentierung der Aktienmärkte. Branchenverbände wie SIFMA haben gewarnt, dass DeFi-basierter Aktienhandel Investoren Liquiditätsrisiken, operative Ausfälle und schwächere Offenlegungsstandards aussetzen könnte als regulierte Börsen.

Ein weiteres umstrittenes Thema betrifft die sogenannte „Tokenisierung durch Dritte“, bei der Token, die Aktienkurse nachbilden, ausgegeben werden, ohne dass eine direkte Absicherung oder Beteiligung durch die gelisteten Unternehmen selbst erfolgt. Einige Berichte deuten darauf hin, dass diese Token möglicherweise keine traditionellen Aktionärsrechte wie Stimmrechte oder Dividendenverteilungen gewähren und damit potenziell parallele Märkte schaffen, die von offiziellen Strukturen des Aktienbesitzes abgekoppelt sind.

Trotz dieser Bedenken argumentieren Akteure der Krypto-Industrie, dass tokenisierte Aktien zu einer der größten Kategorien realer Vermögenswerte auf blockchainbasierter Infrastruktur werden könnten. Die Möglichkeit, Aktien direkt in dezentrale Kredit-, Handels- und Collateral-Systeme zu integrieren, wird von vielen als bedeutender Schritt hin zur Verschmelzung traditioneller Finanzsysteme mit kryptonativen Märkten gesehen.

Die SEC hat den Rahmen bislang noch nicht formell angekündigt. Berichten zufolge könnte die Behörde die Details innerhalb von Tagen veröffentlichen.

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