Laut Bloomberg steht das Verteidigungsministerium Südkoreas im Austausch mit Hyundai Motor, um Roboter in unterstützenden Rollen an der Front einzusetzen, während Seoul sich auf KI-basierte unbemannte Systeme verlagert, um Truppenmangel und militärische Bedrohungen aus Nordkorea zu begegnen.
Robotersysteme in der Prüfung
Das Ministerium wägt laut dem Bericht mehrere Roboterplattformen für Überwachung, Aufklärung und Logistikrollen ab. Zu den untersuchten Systemen zählen Boston Dynamics Spot, Hyundais MobED-Droid sowie das X-ble Shoulder-Exoskelett. Das Ministerium erklärte, dass Einzelheiten der Gespräche noch nicht final sind.
Demografischer Druck auf die Streitkräfte
Die in Südkorea stationierte Einsatzstärke ist laut Quelle in sechs Jahren um 20% auf 450.000 Soldaten gesunken, unter anderem wegen einer historischen Tiefstgeburtenrate. Das Verteidigungsministerium erwartet, dass diese Zahl bis 2040 weiter auf 350.000 zurückgeht, was einen strukturellen Treiber für den Wechsel zu unbemannten Systemen schafft.
Breitere Strategie für unbemannte Systeme
Die Gespräche mit Hyundai passen in Seouls breiteren Kurs weg von truppenintensiven Kräften. Die Defense Acquisition Program Administration Südkoreas hat laut Bericht eine Ausschreibung über 49,6 Milliarden Won (US$36,56 Millionen) für universelle unbemannte Bodenfahrzeuge (UGVs) eröffnet; federführend seien Hyundai Rotem und Hanwha Aerospace.
Die Regierung plant außerdem, im Rahmen ihres Projekts „500,000 drone warrior“ ungefähr 11.000 kommerzielle Drohnen für die Ausbildung zu kaufen. Allerdings gab es Rückschläge: Das Verteidigungsministerium hat die Ausgaben für ein separates Programm für kleine Aufklärungsdrohnen zuletzt pausiert, nachdem es Beschwerden über die Leistung gab, darunter übermäßige Geräuschentwicklung.
US-Politik und kommerzieller Kontext
Eine militärische Partnerschaft mit Hyundai könnte dem Unternehmen einen Testbereich im Heimatmarkt bieten, während zugleich in der globalen Robotik neue geopolitische Spaltungen entstehen. Die USA prüfen den American Security Robotics Act, der Bundesbeschaffungen von Robotersystemen blockieren würde, die in Ländern hergestellt wurden, die Washington als feindlich einstuft, einschließlich China, so die Quelle.
Hyundai Motor entwickelt eine Lieferkette für humanoide Roboter und verfolgt den Aufbau einer US-basierten Produktionsstätte mit geplanter jährlicher Kapazität von 30.000 Einheiten bis 2028. Eine verlässliche Leistung in nichtkampforientierten Rollen wie Logistik, Überwachung und Aufklärung könnte die breitere Einführung von Robotern beschleunigen, die zunächst für zivile und industrielle Anwendungen ausgelegt waren.