Spanien geht gegen Polymarket und Kalshi vor, während die rechtliche Trennung zwischen den USA und der EU weiter wächst

Die spanische Glücksspielaufsicht hat ein Sanktionsverfahren gegen Polymarket und Kalshi eröffnet und für beide Plattformen vorläufige Sperrungen angeordnet, während sie untersucht, ob die nicht lizenzierten Betreiber gegen das Glücksspielgesetz des Landes verstoßen haben.

  • Kernaussagen:
    • Die spanische DGOJ will Polymarket und Kalshi innerhalb von 7 bis 10 Tagen blockieren.
    • Polymarket sah sich in den Niederlanden nach der Aktion im Februar 2026 mit wöchentlichen Geldbußen in Höhe von 420.000 Euro konfrontiert.
    • Kalshi schloss am 7. Mai eine $1B -Series-F-Runde ab, während die CFTC US-Prognosemärkte unterstützt.

Die europäischen Durchsetzungsbemühungen nehmen zu, während die USA eine andere Richtung einschlagen

Die Dirección General de Ordenación del Juego (DGOJ) veröffentlichte die Mitteilungen im Boletín Oficial del Estado, nachdem Versuche, die Plattformen an ihren ausländischen Adressen zu benachrichtigen, fehlgeschlagen waren. Das Verfahren dürfte drei bis vier Monate dauern.

Die beiden Plattformen hatten zuletzt in Spanien viel Aufmerksamkeit in den sozialen Medien auf sich gezogen, weil in Märkten das frühe Ende der Amtszeit von Ministerpräsident Pedro Sánchez eingepreist wurde: In dem bei Kalshi gebuchten „Welche nationale Führungsperson wird 2026 ihr Amt verlassen?“-Vertrag wurde der PM mit 29% bewertet. Große spanische ISPs dürften innerhalb von 7 bis 10 Tagen netzwerkweite DNS-Sperren umsetzen und Nutzer, die versuchen, auf die beiden Domains zuzugreifen, auf eine behördliche Startseite umleiten.

Die spanische Maßnahme fällt in eine breitere europäische Durchsetzungswelle im Jahr 2026. Der portugiesische Glücksspielregulator erteilte Polymarket im Januar ein 48-Stunden-Aussetzungsultimatum, nachdem die Plattform im Zusammenhang mit der Präsidentschaftswahl des Landes ungefähr 120 Millionen US-Dollar an Handelsvolumen verarbeitet hatte. Die Niederlande folgten im Februar: Die niederländische Gaming Authority (KSA) ordnete an, dass Polymarket niederländische Nutzer nicht weiter bedienen dürfe, andernfalls drohten Strafen von 420.000 Euro pro Woche, gedeckelt auf 840.000 Euro. Europäische Regulierer behandeln Prognosemärkte durchgehend als Glücksspiel, wobei jeder Mitgliedsstaat seine nationalen Regeln anwendet, solange es keinen harmonisierten EU-Rahmen gibt.

Die USA gehen derweil in die entgegengesetzte Richtung. Am 12. Mai reichte die Commodity Futures Trading Commission in der Sixth Circuit Court of Appeals in KalshiEx LLC v. Schuler eine Amicus-Brief ein und machte geltend, dass die Agentur eine ausschließliche Zuständigkeit für Prognosemärkte habe. CFTC-Vorsitzender Michael S. Selig stellte die breitere Kampagne als Schutz der Zuständigkeit der Agentur gegen eine Einflussnahme durch Bundesstaaten dar.

Die Handelsaktivität bleibt trotz des regulatorischen Drucks stark konzentriert. Händler in Prognosemärkten haben im April 2026 ein Volumen von 8,6 Milliarden US-Dollar verzeichnet, während Kalshi am 7. Mai eine 1-Milliarde-US-Dollar-„Series F“ mit einer Bewertung von 22 Milliarden US-Dollar abschloss.

Während europäische Jurisdiktionen mit formalen Sperrungen auf eine Einstufung als Glücksspiel zusteuern – wobei Spaniens Vorstoß der jüngste Schritt in einer sich verlängenden Reihe ist –, behauptet die CFTC in den Vereinigten Staaten eine bundesweite Zuständigkeit für Derivatemärkte mit wachsender Durchsetzungskraft vor Gericht. Ob sich beide Regime für grenzüberschreitende Plattformen koexistieren können, oder ob Polymarket und Kalshi sich für Märkte entscheiden müssen, wird zu einer offenen strukturellen Frage.

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