Der US-amerikanische Elektrolastwagenbetreiber WattEV gab bekannt, 370 Tesla Semi Elektro-Lkw bei Tesla zu bestellen, mit einem Gesamtwert von insgesamt 100 Millionen US-Dollar. Das ist nicht nur der bisher größte Einzelauftrag für den Tesla Semi, sondern auch bislang der größte Lkw-Einkauf in Kalifornien. Die Bestellung wird den Fortschritt des emissionsfreien Güterverkehrs entlang der Hafen-Korridore in Nord- und Zentralkalifornien beschleunigen und zugleich einen wichtigen Meilenstein für die Elektrifizierung des US-Schwerlastverkehrs setzen.
(Macht Musk bei Tesla „Büroarbeit“? Warum sind 2025 die Milliardengehälter plötzlich auf Null gegangen?)
WattEV gibt 100 Millionen US-Dollar aus und bestellt 370 Tesla Semi Elektro-Lkw
Der US-Elektro-Frachtverkehrsbetreiber WattEV hat kürzlich bekanntgegeben, mit Tesla (Tesla) einen Beschaffungsvertrag mit einem Gesamtwert von rund 100 Millionen US-Dollar abgeschlossen zu haben. Dabei werden 370 Tesla Semi Elektro-Lkw bestellt. Das ist nicht nur der größte einzelne Elektro-„Class 8“-Schwerlastwagen-Einkauf in der Geschichte Kaliforniens, sondern auch der größte Auftrag, den Tesla Semi seit der Kommerzialisierung erhalten hat. Er wird zu einem wichtigen Meilenstein, um die Verbreitung von emissionsfreiem Fernfrachtverkehr zu beschleunigen.
WattEV to order 370 Tesla Semis
— Tesla Semi (@tesla_semi) May 5, 2026
WattEV-CEO Salim Youssefzadeh erklärte auf der Branchenmesse ACT Expo in einer öffentlichen Stellungnahme, dass Tesla Semi im öffentlichen Ausschreibungs- und Bewertungsprozess in allen drei zentralen Kriterien – Kosten, Leistung und Lieferfähigkeit – jeweils die Nase vorn hatte und damit zur finalen Wahl wurde. Gleichzeitig betonte er, dass WattEV ein „vertikal integriertes“ Geschäftsmodell verfolgt: Durch die Kombination aus Fahrzeugbereitstellung, dem Ausbau von Ladeinfrastruktur im Megawatt-Bereich und einem Rundum-Leasingservice bietet es Verladern eine One-Stop-Lösung mit keinem Kapitalrisiko.
Erste Semi werden gestaffelt geliefert, 300 Lkw fließen in WattEVs Elektrifizierungsplan
Laut Vertragsplanung sollen die ersten 50 Tesla Semi ab 2026 ausgeliefert werden; die übrigen Fahrzeuge sollen bis Ende 2027 nach und nach in den Betrieb gehen. Dabei sollen mehr als 300 Lkw in den gemeinsamen Elektrifizierungsplan von WattEV und dem Hafen von Oakland fließen. Dieser soll Hafen-Kurzstreckenverkehr (drayage) sowie regionale Fracht-Routen unterstützen und deckt sich in hohem Maße mit den politischen Zielen Kaliforniens, den Frachtverkehr bis zur Klimaneutralität auszurichten.
WattEV selbst verfügt ebenfalls über praktische Erfahrung im Betrieb von Elektro-Lkw: Das Unternehmen hat zuvor in Südkalifornien bereits mehrere Millionen Meilen mit Elektro-Lkw im Einsatz gesammelt – darunter auch eine frühe Beteiligung an Pilotprojekten, bei denen Tesla Semi am Hafen von Los Angeles sowie am Hafen von Long Beach eingesetzt wurden. Das habe die solide operative Grundlage für diese groß angelegte Expansion geschaffen.
Megawatt-Ladenetzwerk wird parallel aufgebaut, 30 Minuten reichen für 300 Meilen Reichweite
Der Schlüssel zur Unterstützung dieses groß angelegten Rollouts liegt im gleichzeitigen Ausbau der Ladeinfrastruktur. WattEV plant, in Städten wie Oakland, Fresno, Stockton und Sacramento sogenannte Megawatt Charging System (MCS)-Knotenpunkte zu errichten. Pro Ladevorgang von etwa 30 Minuten soll sich eine Reichweite von rund 300 Meilen nachladen lassen. Damit kann die Ladezeit bereits mit der Zeit konkurrieren, die herkömmliche Diesel-Lkw zum Tanken benötigen.
Unterdessen wurde der Lade-Standort in Oakland in jüngster Zeit offiziell in Angriff genommen. Als Kernknotenpunkt, der den Güterverkehrskorridor zwischen Nord- und Zentralkalifornien verbindet, wird der Standort sowohl den Hafen als auch zentrale Logistik-Hubs im Binnenland vernetzen. Der Aufbau dieses Ladenetzwerks soll zudem ein wichtiger Anreiz sein, um in Zukunft weitere Flottenbetreiber zum Umstieg auf Elektro-Lkw zu bewegen.
Tesla Semi Fertigung wird beschleunigt, Branchenkenner sehen gute Chancen für die Verbreitung von Elektrolastwagen
Aktuell steigert Tesla Semi in einer Fabrik in Nevada aktiv die Produktionskapazität, mit dem Ziel, die Auslieferungsmenge im Jahr 2026 deutlich zu erhöhen. Mehrere US-Flottenbetreiber bewerten Tesla Semi in der praktischen Nutzung sehr positiv. Zu den Highlights zählen ein starker Drehmoment-Output, deutlich niedrigere Betriebskosten als bei Dieselfahrzeugen sowie fortschrittliche aktive Sicherheitsfunktionen.
Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass durch den doppelten Druck – steigende Kraftstoffkosten und strengere Vorschriften – sowohl die Diesellastwagen unter zunehmenden Herausforderungen stehen, WattEV als Anbieter von „schlüsselfertigen“ elektrischen Lösungen die Hürde für die Umstellung bei Verladern stark senken könnte. Dadurch würde sich die Elektrifizierung des Gesamtmarkts weiter beschleunigen.
Für Kalifornien kann das Vorhaben helfen, die Luftqualität rund um Häfen und Hauptverkehrsstraßen zu verbessern und gleichzeitig ein replizierbares Infrastruktur-Muster für die Elektrifizierung von Schwerlastfahrzeugen zu schaffen. Für Tesla zeigt dieser Auftrag nicht nur die fortlaufend wachsende Bedeutung im Markt für Nutzfahrzeuge, sondern steht auch sinnbildlich dafür, dass der Elektro-Lkw die Testphase hinter sich lässt und in eine neue Ära der skalierten kommerziellen Ausbringung eintritt.
Dieser Artikel „Tesla landet den größten Semi-Elektro-Lkw-Auftrag aller Zeiten: 370 Lkw im Wert von 100 Millionen US-Dollar“ erschien zuerst bei 鏈新聞 ABMedia.