
Die US-amerikanische Commodity Futures Trading Commission (CFTC) gab am 27. Mai bekannt, dass sie gemeinsam mit der Gemini Trust Company LLC einen Antrag beim Gericht eingereicht hat, um die zukunftsgerichteten Bestimmungen der Einverständnisverfügung (Consent Order) aufzuheben, die in dem CFTC-Verfahren gegen Gemini zustande gekommen waren. Die Sache war ursprünglich im Juni 2022 vor dem US-Bundesbezirksgericht für den südlichen Bezirk von New York eingereicht worden; die Parteien hatten sich im Januar 2025 auf eine Einigung (Settlement) verständigt.
Sechs wesentliche Vollzugsfragen, die durch die CFTC-Originalerklärung bestätigt wurden
In ihrer Prüfung der Erklärung führt die CFTC konkret sechs Feststellungen auf:
Zuerst: Die Beschwerde stützte sich in erster Linie auf die Aussage eines Whistleblowers, dessen Glaubwürdigkeit als schwerwiegend problematisch eingestuft wurde;
Zweitens: Die Untersuchung richtete sich nicht gegen den mutmaßlichen Betrüger, sondern gegen die Betrugsopfer von Gemini, indem Gemini vorgeworfen wurde, im Registrierungsantragsprozess gegenüber der CFTC falsche Angaben gemacht zu haben;
Drittens: Es bestehen schwerwiegende Zweifel an der Beweiskraft gegen Gemini;
Viertens: Die während der Abstimmung der Kommissare über die Beschwerde angeforderten relevanten Beweise wurden beschlagnahmt;
Fünftens: Prozessanwälte beriefen sich auf ein Privileg im Rahmen des Beratungsprozesses und erhoben Einwände, um Gemini an den für die Verteidigung erforderlichen Beweisen zu hindern;
Sechstens: CFTC-Mitarbeiter sollen ihre Befugnisse in unzulässiger Weise eingesetzt haben, um ihre Verhandlungsposition gegenüber Gemini im Rahmen der Einigung zu stärken.
Aktuelle rechtliche Schritte: Umfang der gemeinsam beantragten Bestimmungen
Die CFTC-Originalerklärung bestätigt, dass die weitere Durchsetzung der verbleibenden zukunftsgerichteten Bestimmungen der Einverständnisverfügung (einschließlich Unterlassungsrechtsschutz) weder im Auftrag der CFTC liegt noch im öffentlichen Interesse ist. Entsprechend haben die Parteien gemeinsam beim Gericht einen Antrag eingereicht, die Wirksamkeit der zukunftsgerichteten Bestimmungen der Einverständnisverfügung aufzuheben; nicht zukunftsgerichtete Bestimmungen (einschließlich zivilrechtlicher Geldstrafen) seien von Gemini gemäß der Vereinbarung bereits vollständig erfüllt worden und fielen nicht in den Umfang der Aufhebung.
Die CFTC-Originalerklärung weist zugleich darauf hin, dass die entsprechenden Prüfungsergebnisse zeigen, dass die Bundesbehörden die Vollzugsansätze und -standards anpassen müssen, unter anderem im Bereich digitaler Vermögenswerte.
Häufige Fragen
Entspricht die Einordnung dieser sechs Kernpunkte einer Freisprechung von Gemini?
Die offizielle CFTC-Erklärung stuft ein, dass das Verfahren von vornherein nicht hätte eingeleitet werden sollen; gemeinsam beantragt wird die Aufhebung der in der Einverständnisverfügung noch nicht erfüllten zukunftsgerichteten Bestimmungen, nicht die Aufhebung bereits wirksam ergangener Urteile oder die Rückerstattung bereits gezahlter zivilrechtlicher Geldstrafen. Das Gericht hat noch keine Entscheidung über den gemeinsamen Antrag getroffen; ob Gemini hierfür weitere rechtliche Schritte geltend machen kann, bleibt dem Gerichtsverfahren vorbehalten.
Was ist der Hintergrund der umfassenden CFTC-Prüfung?
Die CFTC-Originalerklärung führt aus, dass Änderungen der bundesstaatlichen Politik im Bereich digitaler Vermögenswerte dazu geführt hätten, dass zahlreiche Ermittlungen und Fälle mehrerer Behörden in diesem Bereich gelöst wurden; die vorliegende Prüfung sei Teil einer breiteren politischen Anpassung. Die CFTC erklärt gleichzeitig, die Feststellungen zeigten, dass es notwendig sei, Vollzugsansätze und -standards zu überarbeiten.
Welche Bestimmungen wurden bereits erfüllt und welche sind Gegenstand des Antrags auf Aufhebung?
Laut der CFTC-Originalerklärung wurden nicht zukunftsgerichtete Bestimmungen wie zivilrechtliche Geldstrafen von Gemini gemäß der Vereinbarung bereits vollständig erfüllt. Der gemeinsame Antrag auf Aufhebung richtet sich auf die weiterhin wirksamen zukunftsgerichteten Bestimmungen, einschließlich des Unterlassungsrechtsschutzes. Das Gericht hat noch keine Entscheidung über diesen Antrag getroffen.