Die CFTC erklärt, dass ihre Gemini-Krypto-Affäre unter den aktuellen Durchsetzungsstandards niemals hätte eingereicht werden dürfen. Die Behörde ist mit Gemini eine Verbindung eingegangen und fordert ein Bundesgericht auf, verbleibende Vergleichsbeschränkungen zu entfernen, nachdem Geldbußen bereits erfüllt wurden.
Kernaussagen:
Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) brachte ihren Versuch, Teile des Gemini-Falls rückgängig zu machen, am 27. Mai vor ein Bundesgericht. Dabei schloss sie sich dem Unternehmen in einem Antrag an, verbleibende Beschränkungen zu entfernen, die mit dem lang andauernden Verfahren gegen Gemini Trust Company LLC verbunden sind. Die Behörde ersuchte das Gericht, vorausschauende Bestimmungen im Zusammenhang mit einem Einverständnisbeschluss vom Januar 2025 aufzuheben, nachdem sie zu dem Schluss gekommen war, dass die ursprüngliche Klage unter den aktuellen Standards nicht hätte eingereicht werden sollen.
Die Bundesbehörde erklärte, die Prüfung habe die Historie der Untersuchung, die Prozessstrategie, den Beweisstand sowie die umfassenderen Änderungen der Durchsetzungspolitik für digitale Vermögenswerte über verschiedene Regierungsbehörden hinweg umfasst. Der Fall begann im Juni 2022 vor dem U.S. District Court für den Southern District of New York und konzentrierte sich auf Vorwürfe, Gemini habe im Rahmen eines Registrierungsprozesses, der mit einem Bitcoin-Futures-Produkt verbunden war, falsche oder irreführende Aussagen gemacht. Die CFTC erklärte, Gemini habe die zivilrechtliche Geldbuße im Vergleich in Höhe von 5 Millionen US-Dollar bereits erfüllt, sodass lediglich die vorausschauenden Bestimmungen des Einverständnisbeschlusses für das Gericht noch relevant seien. Der Regulator erklärte:
„Die CFTC kam zu dem Schluss, dass die Beschwerde nicht hätte eingereicht werden sollen — und unter den aktuellen Durchsetzungsstandards auch nicht eingereicht worden wäre.“
Die CFTC skizzierte außerdem mehrere interne Bedenken, die während der Prüfung aufgedeckt worden seien, darunter Fragen zur Glaubwürdigkeit von Zeugen, zum Umgang mit Beweismitteln und zum prozessualen Verhalten. Die Behörde sagte, die Beschwerde habe sich stark auf das Konto eines Whistleblowers gestützt, das bereits als unzuverlässig angesehen worden sei. Zudem hätten CFTC-Mitarbeiter weiter angegeben, dass die Beweisunterlagen, um die ein Kommissar gebeten habe, zurückgehalten worden seien, bevor die Behörde über die Beschwerde abgestimmt habe. Die Einreichung führte außerdem Bedenken an, dass Rechtsbeistand im Verfahren den Zugang zu Informationen blockiert habe, die Gemini für seine Verteidigung als notwendig erachtet habe, und dabei zugleich den Schutz einer „deliberative process privilege“ im Rahmen von Streitigkeiten über die Offenlegung (Discovery) geltend gemacht habe.
Gemini Trust Company LLC betreibt die von Cameron und Tyler Winklevoss gegründete Gemini-Kryptobörse. Die beiden starteten die Plattform im Jahr 2014 als regulierten Marktplatz für digitale Vermögenswerte für US-Nutzer. Das Unternehmen hat sich als compliance-fokussiertes Krypto-Unternehmen positioniert und über das New York State Department of Financial Services eine New-York-Treuhandlizenz erhalten, wodurch es Verwahr- und Handelsdienstleistungen unter staatlicher Bankenaufsicht anbieten kann.
Umfassendere Änderungen der Bundespolitik begünstigen zunehmend koordinierte Aufsicht und verringern die regulatorische Zersplitterung bei digitalen Vermögenswerten. Im März unterzeichneten die Securities and Exchange Commission (SEC) und die CFTC ein neues Memorandum of Understanding, das darauf abzielt, die Kryptoaufsicht zu harmonisieren, die Aufsicht zu straffen und doppelte Durchsetzungsmaßnahmen zwischen den Behörden zu begrenzen. Die Initiative hob dabei digitale Vermögenswerte und aufkommende Finanztechnologien ausdrücklich als Schwerpunktbereiche für die gemeinsame Koordination hervor.
Nach der Prüfung der Vergleichsbedingungen von Gemini und der verbleibenden vorausschauenden Beschränkungen erklärte der Regulator:
„Die CFTC hat festgestellt, dass die fortgesetzte Durchsetzung der vorausschauenden Bestimmungen des Einverständnisbeschlusses weder der Mission der CFTC noch dem öffentlichen Interesse dient.“
Jüngste CFTC-Aktionen deuten ebenfalls auf eine überarbeitete Durchsetzungsstrategie hin, die Kooperation, Transparenz und eine engere Verwendung strafender Maßnahmen in den Mittelpunkt stellt. Am 19. Mai veröffentlichte die Behörde aktualisierte Leitlinien, die erläutern, wie Unternehmen nach Selbstanzeige und Bemühungen zur Behebung (Remediation) Kooperationsgutschriften erhalten oder mögliche Ablehnungen (Declinations) erwirken können. Die Behörde beschrieb die Politik als Teil einer umfassenderen Anstrengung, die Durchsetzungspraktiken zu vereinfachen und zugleich Schutzmechanismen für die Marktintegrität zu stärken.
Der Fall von Gemini könnte zu einem Referenzpunkt für künftige Krypto-Streitigkeiten werden, die Bundesbehörden und Unternehmen mit digitalen Vermögenswerten betreffen. Der gemeinsame Antrag fordert das Gericht auf, verbleibende Beschränkungen im Zusammenhang mit dem Vergleich zu entfernen, und argumentiert, dass die fortgesetzte Durchsetzung dem öffentlichen Interesse und der Mission der Behörde nicht mehr dient. Die Kehrtwende könnte laufende sowie zukünftige Krypto-Klagen in den Vereinigten Staaten prägen.
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