Commerzbank hat seinen Gold-Zielwert zum Jahresende auf 4.800 US-Dollar je Unze revidiert, nachdem zuvor 5.000 US-Dollar prognostiziert worden waren. Als Gründe nannte die Bank Inflationsdruck infolge des anhaltenden Kriegs in Iran sowie eine Verschiebung der Erwartungen an die Zinssätze der US-Notenbank Federal Reserve. Carsten Fritsch, Rohstoffanalyst bei der deutschen Bank, erklärte, dass Gold trotz steigender Verbraucherpreise und Chaos im Nahen Osten gefallen sei, da Marktteilnehmer nun erwarten, dass die Fed die Zinsen später in diesem Jahr anheben wird, statt sie zu senken. Die Bank senkte außerdem ihre Silberprognose für das Jahresende auf 80 US-Dollar je Unze, was eine schwächere Industrienachfrage bei gleichzeitig engeren Angebotsbedingungen widerspiegelt.
Commerzbank revidiert Ziel für Gold zum Jahresende auf 4.800 US-Dollar je Unze
Commerzbank hat seine Goldpreis-Prognose auf rund 4.800 US-Dollar pro Unze zum Jahresende angepasst, nach unten von dem bisherigen Ziel von 5.000 US-Dollar. Fritsch sagte, dass die aktualisierte Einschätzung ein Aufwärtspotenzial gegenüber den aktuellen Kursen impliziert, da Spot-Gold zuletzt bei 4.483,95 US-Dollar je Unze gehandelt wurde, was einem Plus von 1,11% am Tag entspricht. Das revidierte Ziel deutet auf eine Rallye von 8% gegenüber den aktuellen Preisen bis zum Jahresende hin.
Die Bank hielt ihre Prognose für den Goldpreis im Jahr 2027 bei 5.200 US-Dollar pro Troy-Unze. Fritsch merkte an, dass die strukturellen Faktoren, die Gold stützen, weiterhin intakt seien. Dazu zählten ein zunehmender Vertrauensverlust in den US-Dollar als Reservewährung sowie hohe Staatsschulden, die zu einer lockeren Geldpolitik führen.
Fed-Zinserwartungen verschieben die Marktdynamik
Fritsch erklärte, dass sich die Markterwartungen rund um die US-Geldpolitik seit Beginn des Iran-Konflikts deutlich verschoben hätten. Vor dem Start des Iran-Kriegs hatten Marktteilnehmer erwartet, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr um rund 50 Basispunkte senken wird. Seit Kriegsbeginn und dem daraus resultierenden Anstieg der Ölpreise implizieren Fed-Funds-Futures derzeit einen zentralen US-Zinssatz von rund 3,8% zum Jahresende – im Vergleich zu einem effektiven Fed-Satz von nur knapp über 3,6%.
Laut CME FedWatch Tool sehen die Märkte im Dezember eine Zinserhöhung mit mehr als 50% Wahrscheinlichkeit. Eine Anhebung um 25 Basispunkte ist bis zum Frühjahr 2027 vollständig eingepreist. Fritsch sagte, dass die Gefahr steigender Zinsen die Opportunitätskosten des Haltens von Gold erhöhe – eines nicht verzinslichen Assets.
Die Volkswirte von Commerzbank prognostizieren, dass die Zinsen in diesem Jahr unverändert bleiben und die nächste Bewegung voraussichtlich weiterhin eine Senkung sein wird. Fritsch sagte jedoch, dass die nächste Zinssenkung frühestens im zweiten Quartal 2027 erwartet werde. Das Basisszenario der Bank sieht eine zweimonatige Übergangsphase vor, gefolgt von der Wiedereröffnung der Straße von Hormus und einem Rückgang der Brent-Ölpreise, was die derzeitige Erwartung von Zinserhöhungen umkehren sollte.
Silberprognose auf 80 US-Dollar je Unze gesenkt wegen schwächerer Industrienachfrage
Commerzbank erwartet, dass die Silberpreise das Jahr bei rund 80 US-Dollar je Unze beenden werden – nach unten von der vorherigen Prognose. Fritsch führte als Gründe für einen leicht niedrigeren Silberpreis die gesenkte Goldpreisprognose sowie die schwächere Industrienachfrage nach Silber an. Laut der jüngsten Einschätzung des Silver Institute soll die Industrienachfrage im zweiten Jahr in Folge zurückgehen und auf ein Tief der vergangenen vier Jahre fallen.
Fritsch merkte an, dass der Silbermarkt weiterhin eng ist – weshalb die Bank davon ausgeht, dass der Silberpreis im kommenden Jahr steigen wird. Commerzbank prognostiziert, dass die Silberpreise 2027 bei rund 90 US-Dollar je Unze enden werden, nach unten von dem bisherigen Ziel von 95 US-Dollar je Unze.
FAQ
Wie lautet das revidierte Gold-Ziel zum Jahresende von Commerzbank?
Commerzbank hat seinen Goldpreis-Zielwert zum Jahresende auf 4.800 US-Dollar je Unze revidiert, nach unten von einer ersten Prognose von 5.000 US-Dollar. Als Gründe nannte die Bank Inflationsdruck durch den Iran-Krieg sowie eine Verschiebung der Zinserwartungen der Federal Reserve.
Warum ist Gold gefallen, obwohl Inflation und Spannungen im Nahen Osten anhalten?
Carsten Fritsch erklärte, dass sich die Markterwartungen rund um die US-Geldpolitik seit Beginn des Iran-Konflikts dramatisch verschoben hätten. Fed-Funds-Futures implizierten nun Zinserhöhungen statt Zinssenkungen, wodurch die Opportunitätskosten des Haltens von Gold steigen, da es sich um ein nicht verzinsliches Asset handelt.
Wie lautet die Silberpreis-Prognose von Commerzbank für das Jahresende?
Commerzbank erwartet, dass die Silberpreise das Jahr bei rund 80 US-Dollar je Unze beenden werden. Das spiegelt laut Carsten Fritsch eine schwächere Industrienachfrage neben engeren Angebotsbedingungen wider.