
NVIDIAs (NVIDIA) CEO Huang Renxun erklärte in einem CNBC-Interview am 20. Mai, dass NVIDIA den chinesischen Markt für KI-Chips im Grunde an Huawei abgegeben habe. Zum Zeitpunkt seiner Äußerungen veröffentlichte NVIDIA am selben Tag seinen Q1-Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2027: Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 85% auf 81,6 Milliarden US-Dollar. Die Trump-Regierung hatte NVIDIA im April mitgeteilt, dass für den Export von Chips nach China und in bestimmte Länder eine Genehmigung erforderlich ist, wodurch NVIDIA faktisch aus dem China-Markt ausstieg.
Exportkontrolle und Chinas Rückkehr: Huang Renxuns formelle Erklärung gegenüber CNBC
Huang Renxun sagte im Interview unmissverständlich, NVIDIA habe gegenüber allen Analysten und Investoren dargelegt, dass man bei der Genehmigung für den Verkauf fortschrittlicher Chips an China „keinerlei Erwartungen“ hegen solle. Er beschrieb die Marktlage in China wie folgt: „Der Bedarf in China ist sehr groß. Huawei ist sehr stark. Sie haben letztes Jahr Rekorde aufgestellt, und auch das Ökosystem der heimischen Chip-Unternehmen entwickelt sich sehr gut, weil wir diesen Markt bereits verlassen haben. Wir haben im Grunde diesen Markt an sie abgetreten.“
Huang Renxun sagte im selben Interview außerdem, dass NVIDIA trotz der sehr geringen Chancen auf eine Genehmigung hoffe, in den China-Markt zurückzukehren: „Wir würden diesen Markt sehr gerne bedienen. Wir haben dort viele Kunden, viele Partner, und wir sind seit 30 Jahren dort tätig.“
H200-Exportlage: Einige chinesische Unternehmen genehmigt, doch Umfang der Lockerung unklar
Reuters berichtete letzte Woche, dass einige chinesische Unternehmen, darunter Alibaba, Tencent, ByteDance und JD.com, von der US-Handelsbehörde die Genehmigung erhalten hätten, H200-Chips zu kaufen. Huang Renxun selbst hatte als inoffizielles Mitglied an der China-Reisedelegation des US-Präsidenten Trump teilgenommen, doch bei diesem Besuch gab es keine klare Aussage dazu, ob NVIDIAs H200-Chips in den China-Markt gelangen dürften. Ein US-Handelsvertreter bestätigte, dass die Chip-Exportkontrollen nicht Thema der Gespräche zwischen den USA und China in der vergangenen Woche gewesen seien. NVIDIA habe in seinem Finanzbericht auch keine konkreten Erwartungen hinsichtlich des Zeitpunkts oder Umfangs zukünftiger Genehmigungen für den China-Markt genannt.
KI „Fünf-Schichten-Kuchen“ und Kapitalallokation in der Lieferkette
Huang Renxun sagte, die oberste Priorität der stetig wachsenden Kassenbestände von NVIDIA bestehe darin, die Lieferanten dabei zu unterstützen, der sprunghaften Nachfrage gerecht zu werden: „Da wir jedes Mal Wachstum in Höhe von mehreren hundert Milliarden US-Dollar erreichen können, müssen wir unsere Lieferkette unterstützen, damit sie unser Wachstum unterstützen kann.“ Er beschrieb die Wachstumsmöglichkeiten der KI-Branche als einen „Fünf-Schichten-Kuchen“: Energie, Chips, Infrastruktur, Modelle und Anwendungen. Huang Renxun sagte, „die Idee, dass sich die Unternehmensgröße um ein Vielfaches vergrößern kann, ist nicht unmöglich“.
Häufige Fragen
Wann tritt die Exportkontrolle für NVIDIAs KI-Chips im China-Markt offiziell in Kraft?
Die Trump-Regierung teilte NVIDIA im April 2026 mit, dass für den Export von Chips nach China und in bestimmte Länder eine Genehmigung erforderlich ist. Diese Maßnahme sorgt dafür, dass NVIDIA den China-Markt faktisch verlässt. Infolgedessen schließt NVIDIAs Ausblick für Q2 des Geschäftsjahrs 2027 die Umsätze aus dem Rechenzentrumsbereich in China explizit aus.
Bedeutet Huang Renxuns Aussage „keinerlei Erwartungen“ eine dauerhafte Aufgabe des China-Markts durch NVIDIA?
Huang Renxun sagte im selben Interview klar, dass NVIDIA „sehr gerne diesen Markt bedienen“ werde, und verwies darauf, dass es in China „viele Kunden und Kooperationspartner“ gebe, „die dort seit 30 Jahren tätig“ seien. Die Formulierung „keinerlei Erwartungen“ bezieht sich auf Prognosen für kurzfristig genehmigte Anträge und nicht auf eine Aufgabe des Markts.
Wenn einige chinesische Unternehmen die Genehmigung zum Kauf von H200-Chips erhalten haben: Bedeutet das, dass die Exportkontrollpolitik gelockert wird?
Reuters berichtete, dass Unternehmen wie Alibaba, Tencent und andere bereits Genehmigungen von der Handelsbehörde einzeln erhalten hätten. Allerdings bestätigte ein US-Handelsvertreter, dass die Chip-Exportkontrollen nicht Thema der Gespräche zwischen den USA und China in der vergangenen Woche gewesen seien, und NVIDIA habe in seinem Finanzbericht auch keine konkreten Erwartungen für Szenarien abgegeben, in denen eine breit angelegte Lockerung der Kontrollen erfolgte.