Laut einem Bericht von Reuters werden bei zwei großen Plattformen für Vorhersagemärkte – Kalshi und Polymarket – in diesem Jahr voraussichtlich die Anzahl der markierten verdächtigen Trades deutlich ansteigen. So hat Kalshi seit Jahresbeginn bislang über 400 verdächtige Transaktionen untersucht und markiert – mehr als das Doppelte des Gesamtvolumens für 2025; auch bei Polymarket ist ein klarer Anstieg zu verzeichnen. Während sich das Handelsvolumen im Jahresvergleich mehrfach ausweitet, stehen sowohl die Plattformen als auch die Aufsichtsbehörden gleichzeitig unter Druck, um Insiderhandel zu überwachen.
Kalshi: 400+ verdächtige Trades, 2× im Gesamtjahr 2025
Kalshi gibt an, dass die Plattform seit Jahresbeginn mehr als 400 verdächtige Transaktionen markiert und untersucht habe, also mehr als eine Verdopplung des gesamten Untersuchungsvolumens für 2025. Polymarket habe zwar keine konkreten Zahlen veröffentlicht, räume jedoch ein, dass das Volumen als verdächtig markierter Trades seit Jahresbeginn deutlich gestiegen sei. Kalshi habe das Handelsvolumen im April an Polymarket vorbeigelotst – das annualisierte Volumen liege bei 178,0 Milliarden US-Dollar, das Wachstum der letzten sechs Monate liege bei mehr als dem Dreifachen; das Unternehmen habe kürzlich eine Kapitalaufnahme über 1,0 Milliarden US-Dollar abgeschlossen, mit einer Bewertung von 22,0 Milliarden US-Dollar – innerhalb von weniger als 12 Monaten sei die Bewertung um das 10-Fache gestiegen. Polymarket verhandle derweil eine neue Finanzierungsrunde, mit einer Bewertung von etwa 15,0 Milliarden US-Dollar.
Regeln werden zugleich strenger: Beide Plattformen verbieten Wetten mit vertraulichen Informationen
Angesichts des regulatorischen Drucks haben Kalshi und Polymarket in letzter Zeit ihre Nutzungsbedingungen synchron aktualisiert und ausdrücklich verboten, mit vertraulichen Informationen oder illegalen Insider-Tipps zu wetten. Polymarket habe außerdem unter öffentlicher Kritik Verträge mit Kriegsthematik entfernt. Der CFTC-Vorsitzende Michael Selig sagte, er werde Verstöße gegen Insiderhandel aktiv verfolgen. Der Bericht weist zugleich darauf hin, dass es bereits den Fall gab, dass „präzise Wetten auf den Rückgang des Ölpreises kurz vor einer wichtigen Ankündigung der Trump-Iran-Politik“ gemacht wurden – genau solche Szenarien sind aus Sicht der Aufsicht eine typische Sorge.
Schwierigkeit bei der Erkennung: Es fehlt an vergleichbaren Quellen für Insiderinformationen
Joseph Grundfest, Professor an der Stanford Law School und ehemaliges Mitglied der US-Börsenaufsicht SEC, sagte: „In der Welt des Unternehmens-Insiderhandels ist es oft relativ leicht zu erkennen, wer Zugang zu wesentlichen nicht öffentlichen Informationen hat, die möglicherweise zu illegalen Trades führen; aber bei einigen Vorhersagemärkten sind solche Daten schwer zu bekommen oder grundsätzlich nicht erhältlich.“ Während bei börsennotierten Unternehmen klare Rollen wie Direktoren, Mitarbeiter und Finanzberater zugeordnet werden können, seien die Teilnehmer an Vorhersagemärkten häufig anonym oder unter Pseudonym unterwegs, wodurch sich die Ermittlungen und die Strafverfolgung verdächtiger Trades aufgrund von Datenschichten als schwierig erweisen.
Dieser Artikel Kalshi, Polymarket: Verdächtige Trades explodieren – seit Jahresbeginn markiert 400+ Erstmals erschienen in Kettennachrichten ABMedia.