Laut Decrypt, das sich auf einen Bericht von Bloomberg beruft, haben die Intercontinental Exchange (ICE) und die Chicago Mercantile Exchange (CME) der US-amerikanischen Commodity Futures Trading Commission (CFTC) mitgeteilt, dass Hyperliquid eine Gefahr für die Marktintegrität darstelle. Sie argumentieren, dass diese dezentralisierte Börse mit Sitz in Singapur und ohne KYC-Anforderungen möglicherweise Insider oder von Sanktionen betroffene Rechtsträger anonym dazu nutzen könnte, den Ölpreis zu manipulieren. Das Hyperliquid Policy Center (HPC) hat am 15.5. öffentlich gekontert und bekräftigt, dass On-Chain-Transparenz an sich bereits eine Schutzmaßnahme gegen Manipulation sei.
ICE, CME nennen als Hauptrisiken die Manipulation von Ölpreisen und die Umgehung von Sanktionen
Der Bericht bezieht sich auf einen Bloomberg-Artikel vom 15.5. und zitiert aus informierten Kreisen, dass ICE (Muttergesellschaft der New York Stock Exchange) und CME Hyperliquid als Thema zur Marktintegrität eingeordnet haben, das sie sowohl der CFTC als auch dem Capitol Hill gemeldet haben. Beide traditionellen Börsen verlangen von Hyperliquid, sich an den US-Regelwerken für Terminbörsen zu orientieren, sich bei der CFTC registrieren zu lassen und die Pflichten zur Kundenidentifikation sowie zum Handelsscreening und -monitoring zu erhöhen.
Die Kernbesorgnis konzentriert sich auf Ölpreis-Kontrakte. Nachdem Trump die Sperrung der Straße von Hormus angeordnet hatte, stieg Hyperliquid-Öl-Futures damals um 7%, was darauf hindeutet, dass die Plattform in solchen geopolitischen Ereignissen zu einem bevorzugten Umfeld für Absicherung und Spekulation geworden ist. ICE und CME sind der Ansicht, dass, wenn Ölpreise in einem nicht regulierten Over-the-Counter-Rahmen manipuliert würden, dies auf die regulierten globalen Ölpreis-Benchmarks zurückwirke und damit den Transport sowie die Kosten für Rohstoffe beeinflusse.
Brent-Perpetuals haben seit Ausbruch des Konflikts ein Handelsvolumen von 21,5 Milliarden US-Dollar akkumuliert
Laut On-Chain-Datenplattform Allium hat Hyperliquid seit dem Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten bei Brent-Perpetual-Futures ein Nominalhandelsvolumen von 21,51 Milliarden US-Dollar angesammelt. Bis zum 15.5. lagen die offenen Positionen bei rund 306 Millionen US-Dollar, was 3,4% der gesamten offenen Positionen auf Hyperliquid entspricht; zum Vergleich: BTC-Perpetuals bei 2,2 Milliarden US-Dollar und einem Anteil von 24%.
Hyperliquid hat seinen Hauptsitz in Singapur, hat keine originären KYC-Vorgaben und schränkt Nutzer aus den USA sowie aus der kanadischen Provinz Ontario ein. Dieses Setup ist ähnlich wie bei den meisten DeFi-Anwendungen wie Polymarket, doch mit der Ausweitung der Kontrakttypen auf Rohstoffderivate klafft die aufsichtsrechtliche Lücke zu regulierten Börsen wie ICE und CME immer weiter auseinander.
HPC: US-Recht hat den Markt für Derivate auf öffentlichen Chains bisher nicht maßgeschneidert
Das Hyperliquid Policy Center antwortete in einem Post auf X: „Hyperliquid-Transparenz selbst ist eine starke Abschreckung gegen Fehlverhalten und unterstützt zudem Regulierer sowie Strafverfolgungsbehörden bei Monitoring, Erkennung und Ermittlungen.“ Das HPC räumt zugleich ein: „Das US-Recht hat derzeit keinen maßgeschneiderten Rahmen für Märkte dieser Art für Derivate auf öffentlichen Chains wie bei Hyperliquid.“ Außerdem heißt es, man arbeite fortlaufend mit politischen Entscheidungsträgern in Washington zusammen.
Das HPC wurde im Februar 2026 gegründet und mit einem HYPE-Token-Zuschuss in Höhe von 29 Millionen US-Dollar durch die Hyper Foundation finanziert. Es ist als unabhängige Initiative und Forschungsorganisation im DeFi-Bereich positioniert und stellt Kongressabgeordneten rechtliche sowie politische Ressourcen bereit. Am 15.5. lag der HYPE-Kurs bei 44,67 US-Dollar; im vergangenen Jahr ist er um 75% gestiegen.
Dieser Artikel über die Forderung von CME und ICE an die CFTC, Hyperliquid zu regulieren, sowie über die Erwiderung der Plattform auf Manipulationsvorwürfe erschien zuerst in Kettennews ABMedia.
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