Der südkoreanische Parlamentsabgeordnete der Demokratischen Partei, Min Byung-deok, sagte am 12. Dezember, die Vereinigten Staaten sähen die Regulierung von Stablecoins als Erweiterung der Strategie der Dollar-Hegemonie – und nicht als bloße finanzielle Aufsicht –, und dass Korea sein digitales Asset-Regelwerk entsprechend neu gestalten müsse. Min machte die Bemerkungen auf einem Seminar mit dem Titel „U.S. Stablecoin AML Regulatory Framework and Korea's Specific Financial Information Act (SFIA) Reform Tasks“, das nachmittags im Saal der Nationalversammlung, Raum 3, abgehalten wurde.
U.S. Stablecoin als strategisches Instrument
Min erklärte, die Welt entwickle eine neue digitale Finanzordnung, die sich um Stablecoins zentriere, wobei die USA am schnellsten vorankämen. „Die USA betrachten dollarbasierte Stablecoins nicht als privaten Versuch, sondern als strategisches Instrument, um die Dollar-Hegemonie im digitalen Zeitalter auszuweiten“, so er. Er stellte fest, dass sich der Schwerpunkt der Debatte von „wer ausgibt“ zu „welches regulatorische Rahmenwerk die Bewegung von Stablecoins steuern wird“ verlagert habe.
Min hob die Rollen zweier US-Behörden des Finanzministeriums hervor: des Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) und des Office of Foreign Assets Control (OFAC). „FinCEN konzentriert sich auf Pflichten zur Bekämpfung von Geldwäsche (AML) und zur Terrorismusfinanzierungsbekämpfung (CFT), während OFAC die Einhaltung von Sanktionen in den Vordergrund stellt“, erläuterte er. „Was die USA priorisieren, ist nicht technische Bequemlichkeit, sondern der Geldfluss und die Möglichkeiten zur Kontrolle.“
Er führte außerdem aus, dass die USA einen umfassenden Regulierungsrahmen aufbauen, der über die Ausgabe von Stablecoins hinausgeht und auch Zahlungsnetzwerke, Ordnung der Devisenmärkte, Sanktionsscreening sowie Mechanismen zum Einfrieren von Vermögenswerten einschließt.
Regulatorische Lücke Koreas
Min argumentierte, Koreas derzeitiger, austauschzentrierter Ansatz sei unzureichend. „Die entscheidende Frage ist, ob wir die Regulierung digitaler Assets weiterhin durch eine Börsenbrille sehen, oder zu einem funktionsbasierten Regelwerk wechseln, das Emittenten, Verwahrer, Wallet-Betreiber und ausländische Betreiber mit einschließt“, sagte er.
Da Stablecoins bereits in Zahlungs-, Remittance- und Abwicklungsinfrastruktur vorgedrungen seien, betonte Min, dass der Fokus allein auf Börsen nicht mehr ausreiche. „Wir müssen neu Verantwortungsstrukturen dafür entwerfen, wer ausgibt, wer hält, wer überträgt und wer das Risiko kontrolliert“, so seine Aussage.
Weiterreichende Implikationen
Min stellte das Thema über technische Regulierung hinaus als Frage der Währungssouveränität dar. Er warnte, falls dollarbasierte Stablecoins zum Standard für globale Remittance und Abwicklung würden, könne Korea an Einfluss für den Won verlieren. „Das ist sowohl eine Frage des Industriewettbewerbs als auch eine Frage der Währungssouveränität“, sagte er.
Min forderte Korea dazu auf, genau zu verstehen, was die USA vorbereiten, und proaktiv zu prüfen, wie sich diese Veränderungen auf Koreas Finanzmarkt und rechtliches Rahmenwerk auswirken werden. Er benannte konkrete noch ungeklärte Punkte, darunter die Verantwortung des Emittenten, die Zuweisung funktionaler Pflichten, risikobasierte Ansätze, inländische Umlaufstandards für von Ausländern ausgegebene Stablecoins sowie Maßnahmen zur Kundenverifizierung und zur Transaktionseinschränkung.
Min schloss mit der Feststellung, dass das Kernstück der institutionellen Verankerung digitaler Assets nicht darin liege, zwischen Verbot und Erlaubnis zu wählen, sondern in der Ausgestaltung einer vertrauenswürdigen Ordnung. „Das Gleichgewicht ist entscheidend: Nutzer schützen, ohne Märkte zu schrumpfen, globale Abstimmung wahren, während man Koreas Realität berücksichtigt“, sagte er.