Der US-Senatsausschuss für Bankwesen kündigte am Freitag an, am 14. Mai eine Markup-Sitzung abzuhalten, um eine umfassende bundesstaatliche Krypto-Gesetzgebung voranzubringen. Damit ist es der zweite Anlauf des Ausschusses, nachdem eine Markup-Sitzung im Januar abgesagt wurde, als der große Krypto-Börsenbetreiber Coinbase seine Unterstützung zurückzog.
Zweiter Anlauf nach dem Coinbase-Rückzug
Die Absage im Januar folgte auf Coinbases Rückzug der Unterstützung wegen Bedenken unter anderem hinsichtlich der Behandlung von Stablecoin-Belohnungen. Laut der Ankündigung hätten zwei zentrale Senatoren letzte Woche Formulierungen veröffentlicht, die die Stablecoin-Belohnungen adressieren. Banknahe Branchenverbände hätten jedoch argumentiert, dass die Lösung „hinter den Erwartungen zurückbleibt“.
Gesetzgeberischer Weg und Abstimmungsprozess im Ausschuss
Bevor der Gesetzentwurf zur endgültigen Abstimmung im Senat kommt, müssen zwei Schritte erfolgen: Der Senatsausschuss für Bankwesen muss seine Version voranbringen und diese anschließend mit derjenigen abstimmen, die der Senatsausschuss für Landwirtschaft zuvor in diesem Jahr vorangebracht hatte. Der Gesetzentwurf des Landwirtschaftsausschusses sei laut Quelle ohne jede Unterstützung durch Demokraten weitergegangen.
Krypto-Beteiligungen der Trump-Familie und demokratische Bedenken
Demokraten machten die Krypto-Interessen von Präsident Donald Trump als großes Hindernis für eine überparteiliche Unterstützung im Landwirtschaftsausschuss aus. Sowohl Trump als auch seine Frau Melania Trump hatten vor der Amtseinführung Memecoins gelauncht. Trumps Familie führt zudem das DeFi- und Stablecoin-Projekt World Liberty Financial, das laut Bloomberg im Januar 1,4 Milliarden US-Dollar aufgebracht hat.
Zum Zeitpunkt der Markup-Sitzung im Senatsausschuss für Landwirtschaft hatten Demokraten Änderungsanträge vorgeschlagen, die den Präsidenten, den Vizepräsidenten, Abgeordnete und andere Bundesbeamte daran hindern würden, bestimmte Finanztransaktionen vorzunehmen, die digitale Vermögenswerte betreffen. Diese Änderungsanträge wurden jedoch letztlich nicht in den Gesetzentwurf aufgenommen.
Ethik-Klausel und Verhandlungen zum Verbraucherschutz
Am Mittwoch warnte die demokratische Senatorin Kirsten Gillibrand, eine der prominentesten Verhandlerinnen des Gesetzentwurfs, dass es keinen Deal geben werde, ohne dass eine Ethik-Klausel in Kraft sei. Sie merkte zudem an, dass im Gesetzentwurf auch eine stärkere Ausrichtung auf Verbraucherschutz verfolgt werde, einschließlich Bestimmungen zu illegaler Finanzierung und Finanzierung von Terrorismus.
Weg zur Verabschiedung und Zeitdruck
Wenn ein Gesetzentwurf im gesamten Senat mit 60 Stimmen angenommen wird, geht er zur Prüfung an das Repräsentantenhaus. Das Repräsentantenhaus hatte seine Version im vergangenen Jahr mit überparteilicher Unterstützung verabschiedet. Der letzte Schritt wäre, dass der Gesetzentwurf an den Schreibtisch von Präsident Trump zur Unterschrift geht.
Abgeordnete stehen unter Zeitdruck, da die Zahl verfügbarer Abstimmungstermine sinkt und die anstehenden Zwischenwahlen zunehmend in den Mittelpunkt rücken.