OpenAI prüft rechtliche Schritte gegen Apples ChatGPT-gestützten Siri

Das Siri-Bündnis von OpenAI bröckelt wegen Geld und Kontrolle.
Zusammenfassung

  • OpenAI soll in Erwägung ziehen, rechtliche Schritte gegen Apple einzuleiten, weil ChatGPT in Siri auf iPhones und anderen Apple-Geräten integriert und dort monetarisiert wurde.
  • Vertraute der Vereinbarung zufolge ist OpenAI enttäuscht darüber, dass die Integration nicht die erhoffte Aufmerksamkeit oder die erwarteten Umwandlungen in bezahlte Abonnements gebracht hat, und dass Apple OpenAI keine direkte Lizenzgebühr zahlt, sondern lediglich eine Beteiligung an den Erlösen aus In‑App-Abonnements.
  • Das juristische Team von OpenAI habe eine externe Anwaltskanzlei hinzugezogen, um Optionen zu prüfen – einschließlich einer formalen Vertragsverletzungs-Mitteilung an Apple –, während Apple angeblich rivalisierende KI‑Anbieter für künftige Siri‑Integrationen abklopft.

OpenAI prüft rechtliche Optionen gegen Apple im Streit über deren zwei Jahre alten Deal, ChatGPT in Siri und iOS einzubetten, und zwar vor dem Hintergrund der Frustration, dass die Integration nicht das erwartete Wachstum bei Abonnenten und das kommerzielle Upside geliefert hat, das der Startup erhofft hatte. Laut Bloomberg arbeiten OpenAIs Anwälte „aktiv mit einer externen Anwaltskanzlei an einer Reihe von Optionen, die schon in naher Zukunft formell umgesetzt werden könnten“, darunter eine Mitteilung wegen Vertragsverletzung, die nicht unmittelbar zur Klage führen würde.[3][5][7][1][2]

Die Partnerschaft, die auf Apples WWDC 2024 angekündigt wurde, ermöglichte es Siri, komplexe Anfragen an ChatGPT weiterzugeben, und band das OpenAI‑Modell in Apples iOS „Visual Intelligence“-Funktionen ein: Nutzer können mit der Kamera auf Objekte oder Dokumente zeigen und Fragen stellen, die an ChatGPT weitergeleitet werden. Damals deuteten Berichte von Bloomberg und Fortune darauf hin, dass Apple „OpenAI nicht direkt bezahlt“ für die Integration, und dass beide Seiten stattdessen darauf setzten, einen Teil der Nutzerbasis von Apple in bezahlte ChatGPT‑Abonnenten zu verwandeln – zu 20 US‑Dollar pro Monat – und die In‑App‑Einnahmen nach den üblichen Regeln des App Stores zu teilen.

Weniger als zwei Jahre später scheint diese Wette danebenzugehen. Von Bloomberg zitierte Quellen sagen, OpenAI sei der Auffassung, es habe „seine Verpflichtungen aus der Partnerschaft erfüllt, während Apple es versäumt habe, zentrale Zusagen einzuhalten“ – insbesondere, wie prominent ChatGPT in Siri präsentiert wird und wie leicht es für Nutzer ist, bezahlte Tarife zu entdecken und zu upgraden. Ein Bericht von Firstpost ergänzt, dass OpenAI erwartet hatte, Apples Ökosystem würde „Milliarden US‑Dollar an Abonnements“ ermöglichen, stattdessen aber „geringere als erwartete Erlöse und eine begrenzte Sichtbarkeit“ für ChatGPT‑Funktionen beobachtet, die in den iOS‑Einstellungen vergraben sind.

Verkehr, Eigentum und der Plattform‑KI‑Machtkampf

Der Kern der schwelenden Auseinandersetzung liegt nicht in der Qualität der Siri‑Antworten, sondern darin, wem der Traffic und die Wirtschaftlichkeit gehören, sobald ein KI‑Modell in eine dominante Plattform eingebettet ist. Frühere Berichte von Bloomberg machten deutlich, dass Apples Strategie darin bestand, ChatGPT „kostenlos“ anzubieten – als optionelles Siri‑Upgrade – und anschließend „Revenue‑Sharing‑Vereinbarungen“ anzustreben, bei denen Apple sich einen Anteil an allen verkauften Abonnements auf seinen Geräten holt, statt Modellanbieter im Voraus zu bezahlen. OpenAI soll nun die Frage stellen, ob die minimale Bewerbung von ChatGPT innerhalb von Siri und den Einstellungen --- „Funktionalität ist eingebettet, führt aber nicht zu einer Abo‑Konversion“, so die Formulierung einer juristischen Zusammenfassung --- einer Vertragsverletzung der in den Deal eingearbeiteten kommerziellen Erwartungen entspricht.

Apple, so heißt es, habe seinerseits eigene Bedenken. TechCrunch und Bloomberg berichten übereinstimmend, dass Apple‑Führungskräfte unruhig seien wegen der Datenschutzposition von OpenAI und dessen Vorstoß in Richtung Hardware --- insbesondere Projekte mit Beteiligung des ehemaligen Apple‑Designchefs Jony Ive --- und dass man aktiv tiefere Integrationen mit konkurrierenden Modellen von Googles Gemini und Anthropic prüfe. Bislang hat weder Apple noch OpenAI öffentlich bestätigt, dass es zu einem rechtlichen Schritt kommt, und Personen, die den Gesprächen nahestehen, sagen, OpenAI könne abwarten, bis nach dem eigenen stark beachteten Prozess mit Elon Musk, bevor es gegen Apple eskaliere.

Hinter der juristischen Positionierung steht eine größere strukturelle Frage: In einer Welt, in der KI‑Fähigkeiten tief in Betriebssysteme und Sprachassistenten eingebettet sind – wo entsteht der Wert dann: beim Modellanbieter oder bei der Plattform, die den Nutzer besitzt, die Schnittstelle und die Abrechnungsbeziehung? OpenAIs Frustration über Apples „Kommerzialisierung“ von ChatGPT in Siri ist der erste hochriskante Test dieser Frage --- und wie auch immer die Antwort ausfällt, wird bestimmen, wie jede künftige Allianz zwischen KI und Plattform ausgehandelt wird.

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