Südkoreanische Regierungsvertreter haben in jüngster Zeit den Plan einer „KI-Auszahlung“ vorgeschlagen. Dabei sollen die überdurchschnittlichen Gewinne von Halbleiterunternehmen wie Samsung Electronics und SK Hynix genutzt werden, um allen Bürgern Dividenden auszuzahlen und so Vermögen neu zu verteilen. Nach dieser Aussage kam es an den südkoreanischen Aktienmärkten zu starken Ausschlägen. Der südkoreanische Leitindex KOSPI (Korea Composite Stock Price Index) fiel zeitweise um 5,1%.
AI-Gewinn für alle als Dividende? KOSPI-Index fiel zeitweise um über 5%
Laut einem Bericht von Bloomberg führte der Vorschlag des Leiters der Policy-Abteilung im Präsidentenamt, Kim Yong-beom, eine KI-Gewinnbeteiligung für alle einzuführen, dazu, dass es am Dienstag zu heftigen Turbulenzen an der Börse kam. Der KOSPI rutschte im Tagesverlauf zeitweise um bis zu 5,1% ab. Anschließend trat Kim Yong-beom auf und stellte klar, dass das Vorhaben darauf abziele, die „zusätzlichen Steuereinnahmen“ aus dem KI-Boom zu verwenden – und nicht, Unternehmen mit einer völlig neuen „Gewinnabschöpfungssteuer“ bzw. „Übergewinnsteuer“ zu belasten. Erst dadurch habe sich die Stimmung zur Vorsicht wieder beruhigt. Der Rückgang des Gesamtmarktes habe sich daraufhin abgeschwächt, obwohl die Details zur Umsetzung noch unklar seien und das Interesse der Investoren bereits stark geweckt hätten.
Samsung und SK Hynix rücken als globale Tech-Giganten in den Fokus
Mit der explodierenden Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory-(HBM)-Chips erzielen Koreas zwei führende Chiphersteller enorme Gewinne. Samsung Electronics katapultierte seinen operativen Gewinn im ersten Quartal dieses Jahres um das 48-Fache nach oben. Der Markt erwartet, dass die Ertragskraft Samsungs die von Apple und Alphabet übertreffen wird, sodass das Unternehmen zur weltweit zweitgrößten Tech-Firma wird – nur hinter Nvidia (Nvidia). Auch SK Hynix zieht nach: Marktprognosen zufolge könnte sein Gewinn im Jahr 2026 bis zu 239 Billionen koreanische Won erreichen.
Zugespannte Arbeitsbeziehungen: Samsung-Gewerkschaft droht mit Streik und fordert 15% Dividende
Neben dem steuerlichen Umverteilungsplan der Regierung stecken auch die Lohnverhandlungen zwischen Samsung Electronics und seiner Gewerkschaft in der Schlussphase. Falls keine Einigung erzielt werde, droht die Gewerkschaft, ab dem 21. Mai einen 18-tägigen Streik zu starten. Im vergangenen Monat hatten sich Zehntausende Samsung-Mitarbeiter außerhalb des Chip-Produktionszentrums versammelt und gefordert, 15% des operativen Gewinns als Dividende für Beschäftigte der Chip-Sparte bereitzustellen. Zudem beriefen sich die Beschäftigten auf den Vorstoß eines Wettbewerbers: SK Hynix habe im vergangenen Jahr zugestimmt, 10% des jährlichen operativen Gewinns in einen Bonuspool für leistungsbasierte Vergütungen zu überführen. Daraus leiten sie ab, dass ihnen eine angemessenere Vergütungsauszahlung zustehe.
(Keine Einigung bei der Gewinnbeteiligung zwischen Arbeit und Kapital! Samsung-Gewerkschaft schmiedet Großstreikpläne, JPMorgan: Umsatz könnte um 4 Billionen koreanische Won schrumpfen)
Koreas wirtschaftlicher Wandel zur „Tech-Dominanz“: Politik setzt Fokus auf Vermögensumverteilung
Kim Yong-beom warnte, Korea bewege sich von einer traditionellen exportorientierten Wirtschaft hin zu einer von der Halbleiterindustrie dominierten „Tech-Dominanzwirtschaft“. Auch wenn dies eine zentrale Chance für die Entwicklung des Landes sei, könne es zugleich die soziale Polarisierung verschärfen. Er schlug vor, die vorläufig als „staatliche Auszahlung“ bezeichneten Mittel dafür zu verwenden, junge Gründer zu unterstützen, Grundsicherungspläne für Land- und Fischereigebiete zu fördern, Künstler zu bezuschussen und die Alterspensionen zu stärken. Innerhalb der regierenden Partei Koreas gebe es ebenfalls Stimmen, die fordern, dass ein Teil vom Wohlstand, den die Halbleiterindustrie schafft, auf dem Opfer und der Geduld der Land- und Fischwirte beruhe. Ein Teil der Gewinne müsse daher an ländliche Gemeinschaften zurückfließen, um als notwendige Kosten zur Wahrung von sozialer Stabilität und für den Übergang zu dienen.
Dieser Artikel „Südkoreanische Beamte nennen ‚KI-Gewinnbeteiligung für alle‘“, Aktienindex Koreas fiel zeitweise um 5,1% erschien zuerst auf Kettennachrichten ABMedia.