Bitcoin-Fog-Klage testet die DOJ-Veranstaltungstheorie in einem Gericht in D.C.

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Ein Bundesberufungsgericht hat am Dienstag in den Vereinigten Staaten vor dem United States Court of Appeals for the District of Columbia Circuit Argumente verhandelt, wie weit US-Geldübertragungs- und Gerichtsstandsregeln auf internetbasierte Krypto-Serviceplattformen reichen, in der Berufung des angeblichen Bitcoin-Fog-Betreibers Roman Sterlingov. Das berichtet The Block.

Sterlingov wurde 2024 wegen mehrerer Vorwürfe verurteilt, darunter Geldwäsche-Verschwörung und der Betrieb eines nicht lizenzierten Geldübertragungsunternehmens im Zusammenhang mit Bitcoin Fog, einem Krypto-Mixing-Dienst, von dem Staatsanwälte sagten, er habe Hunderte von Millionen US-Dollar bewegt, die mit Darknet-Märkten verbunden seien. Die zentrale Frage vor dem Dreiergremium ist, ob die Staatsanwaltschaft ausreichende Beweise vorgelegt habe, um zu belegen, dass Bitcoin Fog in Washington, D.C., betrieben wurde, trotz der Argumente der Verteidigung, der Dienst sei im Ausland betrieben worden.

Venue- und Jurisdiktions-Argumente

Verteidiger Tor Ekeland argumentierte, die Regierung habe einen Gerichtsstand in D.C. künstlich „konstruiert“, indem sie Undercover-Agenten innerhalb des Bezirks Bitcoin Fog nutzen ließ. „Wenn das der Maßstab für den Gerichtsstand in Internetfällen ist, dann kann jeder Regierungsagent einfach einseitig eine Nachricht an jede Website irgendwo auf der Welt senden“, argumentierte Ekeland laut der Quelle.

Staatsanwältin Jenny Ellickson hielt dem entgegen, dass Bitcoin Fog wissentlich ein internationales Geldübertragungsunternehmen betrieben habe, das US-Nutzer bediente, und daher US-Gesetzen unterliege, einschließlich derjenigen, die speziell für D.C. gelten.

Technische Belege unter Prüfung

Das Gremium verbrachte beträchtliche Zeit damit, die Zuverlässigkeit der Aussage eines FBI-Ermittlers zu prüfen, der Konten und Transaktionen mithilfe von „IP-Überlappung“-Analysen verknüpfte. Die Verteidigung argumentierte, diese Methodik habe keine etablierten „Fehlerraten“ oder wissenschaftliche Peer-Review. Ein Richter schien sich in diesem Punkt auf die Seite der Verteidigung zu stellen, indem er Ellickson wiederholt zur statistischen Grundlage befragte, die den FBI-Ermittler zu der Schlussfolgerung geführt habe, dass sich überlappende IP-Logins auf denselben Nutzer bezogen.

Nächste Schritte

Der Fall wurde nun dem Dreiergremium übergeben, das entscheiden wird, ob es Sterlingovs Verurteilung bestätigt, aufhebt oder teilweise außer Kraft setzt.

Breiterer Rechtsstreit um Geldübertragung

Die Berufung kommt zu einer Zeit, in der eine kontroverse Debatte darüber entbrannt ist, wie aggressiv US-Staatsanwälte Entwickler von Krypto-Privacy-Tools und -Services unter Geldübertragungsgesetzen verfolgen können. Im Mittelpunkt steht Abschnitt 1960, das bundesweite Gesetz zur nicht lizenzierten Geldübertragung, das auch gegen den Tornado-Cash-Entwickler Roman Storm sowie die Mitgründer von Samourai Wallet, William Lonergan Hill und Keonne Rodriguez, angewendet wurde.

Der neueste Entwurf des Clarity Act schlägt nun vor, die Haftung nach Abschnitt 1960 nur dann aufrechtzuerhalten, wenn eine Person mit „konkreter Absicht und Kenntnis“ handelt, um dabei zu helfen, kriminelle Gelder zu bewegen. Die Krypto-Interessengruppe Coin Center unterstützte in dieser Woche die überarbeitete Formulierung und argumentierte, dies könne es schwieriger machen, zu weit gefasste Anklagen gegen Entwickler und Krypto-Services einzubringen.

Allerdings seien Maßstäbe wie „Absicht“ und „Kenntnis“ subjektiv und könnten Entwickler weiterhin exponieren, je nachdem, wie Staatsanwälte die Rolle eines Services bei der Erleichterung von Transaktionen auslegen, heißt es im Artikel.

FAQ

Was ist die wichtigste Rechtsfrage in der Bitcoin-Fog-Berufung?

Die zentrale Frage ist, ob die Staatsanwälte ausreichende Beweise geliefert haben, um zu zeigen, dass Bitcoin Fog in Washington, D.C. betrieben wurde, und daher unter die Zuständigkeit von D.C. fiel. Die Verteidigung behauptet, die Regierung habe den Gerichtsstand künstlich geschaffen, indem Undercover-Agenten auf den Dienst innerhalb des Bezirks zugreifen konnten, während Staatsanwälte argumentieren, der Dienst habe wissentlich als internationales Geldübertragungsunternehmen operiert, das US-Nutzer bedient.

Was ist Abschnitt 1960 und wie gilt er für Krypto-Services?

Abschnitt 1960 ist das bundesweite Gesetz zur nicht lizenzierten Geldübertragung, das Staatsanwälte gegen Entwickler von Krypto-Privacy-Tools und Mixing-Services eingesetzt haben. Das Gesetz steht derzeit im Zentrum einer Debatte darüber, wie breit es auf Krypto-Entwickler angewendet werden kann. Der vorgeschlagene Clarity Act zielt darauf ab, die Haftung auf Fälle mit „konkreter Absicht und Kenntnis“ zu verengen, um bei der Bewegung krimineller Gelder zu helfen.

Welche Belege stellte das Gremium bei den mündlichen Verhandlungen infrage?

Das Gremium richtete einen großen Fokus auf die Zuverlässigkeit von FBI-Aussagen mithilfe von „IP-Überlappung“-Analysen, um Konten und Transaktionen zu verknüpfen. Die Verteidigung argumentierte, diese Methodik habe keine etablierten Fehlerraten oder wissenschaftliche Peer-Review, und mindestens ein Richter wirkte skeptisch gegenüber der statistischen Grundlage, mit der man zu dem Schluss gekommen sei, dass überlappende IP-Logins demselben Nutzer zuzuordnen seien.

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