
Laut Caixin wurde am 15. Mai berichtet, dass ein Privatbankkunde wegen vorsätzlicher Falschangaben in einer Meldung nach dem Common Reporting Standard (CRS) im März 2026 von einem Gericht in Hongkong zu einer sofortigen Freiheitsstrafe von 6 Monaten und einer Geldstrafe in Höhe von 500.000 HK-Dollar verurteilt wurde. Damit ist es der erste in Hongkong bekannte Fall, in dem wegen Verstoßes gegen CRS-Vorschriften eine strafrechtliche Verurteilung ergangen ist. Dies markiert, dass die Durchsetzung der grenzüberschreitenden Meldung von Steuerinformationen in Hongkong von administrativen Sanktionen offiziell auf die strafrechtliche Verfolgung aufgestuft wurde.
Einzelheiten des Verurteilungsfalls: Konkrete Vorgehensweise bei der Falschangabe und Ergebnis des Urteils
Laut den öffentlich zugänglichen Gerichtsunterlagen in Hongkong hielt die betroffene Person ein Privatbankkonto über eine in den Seychellen (Seychelles) registrierte Offshore-Gesellschaft. Als die Bank nach der Identität des „wirtschaftlichen Eigentümers“ (Beneficial Owner) fragte, behauptete die Person, der wirtschaftliche Eigentümer sei „kein steuerlicher Einwohner Chinas“, um so ihre wahre Identität sowie Auslandsvermögen zu verschleiern.
Strafe: Sofortige Freiheitsstrafe von 6 Monaten
Geldstrafe: 500.000 HK-Dollar
Art der Verurteilung: Erster CRS-Strafverurteilungsfall in Hongkong; Vollstreckungsstufe von administrativen Maßnahmen offiziell auf strafrechtliche Verfolgung aufgestuft
CRS 2.0: Drei zentrale Änderungen, die bereits bestätigt wurden
Gemäß dem CRS-2.0-Rahmenwerk, das am 1. Januar 2026 offiziell in Kraft tritt:
Erstens: Krypto-Assets werden verpflichtend in die Meldung einbezogen. Krypto-Währungen, Stablecoins, Krypto-Derivate und bestimmte NFTs werden ausdrücklich in den verpflichtenden Meldeumfang aufgenommen; Krypto-Handelsplattformen, Verwahrstellen und die zugehörigen Fonds müssen KYC-Pflichten erfüllen und Informationen an die Steuerbehörden übermitteln.
Zweitens: Doppelsteuerpflichtige müssen parallel melden. Doppelsteuerpflichtige müssen Kontoinformationen gleichzeitig an alle zuständigen Jurisdiktionen melden; ausdrücklich ist eine „Auswahl der Meldung“ statt aller relevanten Meldungen untersagt.
Drittens: Verstärkte Durchgriffaufsicht (Durchleuchtung). Die Durchgriffaufsicht über Offshore-Briefkastenfirmen, Familientreuhandstrukturen usw. wird verstärkt; es wird verlangt, Informationen zu identifizieren und zu melden über den letztlich wirtschaftlich Berechtigten (UBO).
Gesetzgebungs-Zeitplan in Hongkong: Bestätigte Schlüsseldaten
1. Januar 2026: CRS-2.0-Rahmenwerk (inkl. CARF) tritt offiziell in Kraft
27. März 2026: Das „Gesetz zur Steuervorschrift 2026 (Änderung)“ als Gesetzentwurf wird in Hongkong im Amtsblatt veröffentlicht
1. April 2026: Der Gesetzentwurf wird dem Legislativrat zur ersten Lesung vorgelegt
Im Jahr 2026: Die Hongkonger Regierung plant, die CARF-Gesetzgebung abzuschließen
1. Januar 2027: Geplanter Umsetzungstermin des Gesetzentwurfs
2028: Hongkong startet erstmals den grenzüberschreitenden Austausch von Informationen zu Krypto-Assets
Häufige Fragen
Was ist CRS 2.0 und worin liegen die wichtigsten Unterschiede zum ursprünglichen CRS?
CRS (Gemeinsamer Meldestandard) ist ein Rahmenwerk für den automatischen grenzüberschreitenden Austausch von Steuerinformationen, das von der OECD geführt wird. Die wichtigste Erweiterung von CRS 2.0 besteht darin, Krypto-Assets ausdrücklich in den verpflichtenden Meldeumfang aufzunehmen und diese gemeinsam mit dem neuen CARF in ein aufgewertetes System globaler steuerlicher Transparenz zu integrieren. Gleichzeitig werden die Anforderungen an die Aufsicht über Doppelsteuerpflichtige und Offshore-Strukturen verstärkt.
Wann beginnen Krypto-Asset-Halter in Hongkong betroffen zu sein?
Gemäß dem vom Hongkonger Regierung bestätigten Zeitplan soll CRS 2.0 ab dem 1. Januar 2027 in Hongkong umgesetzt werden. Der erste grenzüberschreitende Austausch von Informationen zu Krypto-Assets in Hongkong soll voraussichtlich im Jahr 2028 starten. Ab 2027 werden die entsprechenden Informationen zu Krypto-Assets gesammelt, ab 2028 werden sie dann offiziell mit ausländischen Steuerbehörden ausgetauscht.
Welche Warnung ergibt sich aus diesem Verurteilungsfall für Nutzer, die Krypto-Assets über Offshore-Strukturen halten?
Der Kern dieses Falls besteht darin, durch eine Offshore-Gesellschaft auf den Seychellen den wirtschaftlichen Eigentümer durch Falschangaben zu verschleiern, um so Auslandsvermögen zu verbergen. Am Ende wurde die betroffene Person zu einer sofortigen Freiheitsstrafe von 6 Monaten verurteilt. Die dritte zentrale Änderung von CRS 2.0 zielt genau auf solche Strukturen ab: Sie verstärkt die Durchgriffaufsicht und verlangt, den letztlich wirtschaftlich Berechtigten (UBO) zu identifizieren und zu melden. Der erste strafrechtliche Verurteilungsfall in Hongkong zeigt, dass ein solches Verhalten nicht mehr allein mit administrativen Geldstrafen abgegolten werden kann; es besteht das Risiko strafrechtlicher Verfolgung.