Kryptowährungen haben einen zweifelhaften Ruf, der aus einem „Rausverkaufs“-artigen Emissionsmuster stammt! Neue Deutung alter Begriffe: TGE steht für „Team’s Gonna Exit“

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Podcast-Programm《When Shift Happens》 lädt Anand Gomes, Mitgründer von Paradex und Paradigm sowie CEO, zu einem Interview ein. In diesem Gespräch geht es zunächst darum, wie Gründer trotz Krankheit, Bärenmarkt und Marktflaute weiter vorankommen, und es führt anschließend weiter zu der Frage, warum Paradex sich für den Aufbau auf Ethereum entschieden hat – mit dem Festhalten an den Prinzipien von Privatsphäre und Dezentralisierung in der jeweiligen Ökosystem-Dimension. Außerdem geht es darum, warum ein Perp DEX möglicherweise zu einer zentralen Grundinfrastruktur für das Finanzwesen der Zukunft werden kann.

Doch das Auffälligste im späteren Verlauf des Interviews ist Gomes’ Kritik an der „TGE“-Kultur der Kryptoindustrie. Er macht unmissverständlich klar: Dass Kryptoassets langfristig mit Spekulation, „Rug Pulls“ und dem Verschwinden der Teams in Verbindung gebracht werden, liegt zum großen Teil daran, dass viele Teams das Token Generation Event – also das Ereignis der Token-Generierung – als Liquiditätsausstiegsrampe betrachten, um den Markt verlassen zu können. Die Community hat TGE in den letzten Jahren sogar auf eine andere Art neu interpretiert: nicht als Token Generation Event, sondern als „Team’s Gonna Exit“ (das Team ist dabei, abzuhauen).

(Musks Aussage vor Gericht lautet: Außer Bitcoin sind die meisten Krypto-Währungen Betrügereien)

TGE: Von Token Generation Event zu Team’s Gonna Exit

Als der Moderator nach dem Token-Launch von Paradex fragt, wie die Community erkennen könne, ob ein Team wirklich ein Token Generation Event plant oder eher „Team’s Gonna Exit“ im Sinn hat, sagt Gomes: Diese Neudefinition stammt von einem Mitglied der Paradex-Community namens Lazarello. Er findet, dass die Aussage zwar sarkastisch gemeint sei, aber die Probleme der Kryptoindustrie seit vielen Jahren sehr präzise treffe.

Traditionell steht TGE für Token Generation Event – also den Moment, in dem der Projekttoken offiziell erzeugt wird und in den Markt geht, um dort frei gehandelt zu werden. Es ist ähnlich wie ein IPO für Krypto-Projekte: Nachdem das Team über lange Zeit Produkt, Community und Nutzer aufgebaut hat, ist es ein wichtiger Meilenstein, an dem der Markt den Token bepreist.

Doch in den Krypto-Märkten wird TGE oft zu einem Exit-Werkzeug der Teams verzerrt. Gomes sagt, dass viele Teams Tokens mit überhöhten Bewertungen ausgeben, sie anschließend über den OTC-/Hinterkanal oder auf andere Weise „rausverkaufen“, und am Ende verschwinden das Team, das Produkt kommt zum Stillstand, während die Kurscharts in den nächsten 12 bis 24 Monaten stetig nach unten gehen. Er nennt das als eine der Ursachen für den schlechten Ruf von Kryptoassets: Teams müssen kein echtes Produkt, keine Marktpassung und keinen langfristigen Umsatz wie bei traditionellen Start-ups aufbauen, sondern können stattdessen durch Token-Emissionen schnell große Vermögen abschöpfen.

Mit anderen Worten: In dem Kontext des Jahres 2026 ist TGE nicht mehr nur ein neutrales Ereignis für das Token-Listing, sondern wird zu einem Governance- und Vertrauensproblem, das neu bewertet werden muss. Die zentrale Frage des Marktes lautet nicht mehr „Wann wird dieser Token gelistet?“, sondern „Steht das Team nach dem Listing weiterhin gezwungenermaßen auf derselben Seite wie die Community?“

Gomes kritisiert: Wiederholte Token-Emittenten werden vom Markt sogar noch gefeiert – ein absurdes Phänomen

Gomes kritisiert außerdem, dass der Krypto-Markt zu wenig Regulierung und Verantwortlichkeit besitzt. Dadurch können manche Gründer, die in der Vergangenheit mit ihren Projekten schlecht abgeschnitten haben, dennoch Aufmerksamkeit vom Markt bekommen, nur weil sie „schon wieder neue Coins“ herausbringen wollen. In seinen Augen ist das hochgradig ungesund. Denn der wahre Ruhm mancher Menschen entsteht nicht daraus, nützliches Produkt zu bauen, sondern nur daraus, „schon einmal Tokens ausgegeben zu haben“. Noch absurder sei es, dass der Markt, wenn diese Gründer bereits zum dritten oder vierten Mal neue Tokens lancieren, es manchmal sogar als positives Signal („Upside“) bewertet.

Er ist der Ansicht, dass diese Kultur es dem Krypto-Sektor schwer macht, das Spekulations- und Betrugsimage abzulegen. Zugleich müssen echte langfristige Aufbauende sich mit noch höheren Standards beweisen, dass sie nicht hier sind, um „Team’s Gonna Exit“ zu machen.

Paradex bringt das TAG-Framework vor: Transparenz, Ausrichtung und Governance

Um auf dieses Problem zu reagieren, sagt Gomes, dass Paradex intern bei der Tokenökonomie ein Framework mit dem Namen „Transparency, Alignment, Governance“ erarbeitet hat – also Transparenz, Interessenausrichtung und Governance. Dieses Framework umfasst vier zentrale Prinzipien: Ausrichtung von Team und Community, Ausrichtung von Investoren und Community, radikale Transparenz sowie Wertaufbau.

Am wichtigsten ist, dass das Paradex-Team 80% der Team-Token an Team-Token und Performance-Meilensteine koppelt. Das heißt: Nach dem TGE gibt es pro Jahr für ein Jahr eine Veröffentlichung durch die Stiftung und den Vorstand an die Community über die jährlichen Meilensteine. Wenn das Team diese öffentlich genannten Ziele nicht erreicht, kann es die entsprechenden Token nicht verkaufen.

Gomes findet, dass sich das von dem unterscheidet, was die meisten Krypto-Projekte typischerweise mit „Zeit-Entsperrungen“ machen. Traditionelle Zeit-Entsperrungen bedeuten nur: Ein Jahr ist vorbei – also kann das Team Coins verkaufen, unabhängig davon, ob dieses Jahr der Community wirklich einen Mehrwert gebracht hat. Paradex hingegen will das Recht, Team-Token zu verkaufen, mit Umsatz, Produktwachstum, Token-Wert oder anderen messbaren Ergebnissen verbinden. Er vergleicht dieses Design sogar mit Elons Musk-Performance-Vergütungsmodell: Nicht allein die Tatsache, dass Zeit vergangen ist, gibt die Vergütung frei, sondern es muss das Erreichen bestimmter Meilensteine geben.

Nicht nur Sperren: Der Einsatz von Derivaten und OTC, um in Wahrheit auszuzahlen, ist verboten

Auf Nachfrage, wie Gomes früher als Betreiber von Paradigm bei dieser Art von Institutionen-Optionengeschäft offensichtlich genau wissen müsste, dass es im Markt viele Wege gibt, Coins nicht direkt zu verkaufen, aber dennoch über Derivate, Hedging-Tools oder OTC-Strukturen indirekt zu cashen, fragt der Moderator weiter: Wie stellt Paradex sicher, dass das Team nicht diesen Weg einschlägt? Gomes antwortet, dass Paradex in den Vereinbarungen, mit denen der Stiftung Team-Token verleiht, klare Klauseln einfügt, die dem Team verbieten, Derivate, Hedging-Tools oder andere ähnliche Methoden zu nutzen, um die Einschränkungen zu umgehen. Wenn das Team es dennoch tut, würde es gegen die Vereinbarung verstoßen.

Das bedeutet: Paradex geht nicht nur nach außen mit dem Claim „Wir werden nicht verkaufen“, sondern bindet das Verhalten des Teams über Verträge und Vereinbarungen in einen überprüfbaren Rahmen. Gomes sagt, dass das Paradex dem Markt beweisen will, dass man ein langfristiger Aufbaupartner ist. Der eigentliche Kern liege nicht darin, die Leute zu überzeugen, den Slogans der Gründer zu glauben, sondern die Zusage in eine Struktur zu verwandeln, in der die Community das tatsächlich beobachten, verifizieren und nachverfolgen kann.

Token im Bärenmarkt? Gomes: Entscheidend ist das Produkt, nicht die Monate

Zum Schluss des Interviews fragt der Moderator, ob ein Token-Launch im Bärenmarkt Paradex nicht eher schaden könnte. Gomes sagt dazu: Wenn man es über einen Zeithorizont von fünf Jahren betrachtet, hängt der Erfolg eines Projekts am Ende nicht davon ab, ob der Token im Februar, März oder Oktober ausgegeben wird.

Er ist der Meinung, dass der Versuch, den Markt exakt zu timen, grundsätzlich falsch ist. Wenn ein Team wirklich Markthoch- und -tiefpunkte vorhersagen könnte, bräuchten sie kein Startup gründen – sie könnten direkt traden. Für echte Aufbauende bleibt die Kernfrage immer dieselbe: Ist das Produkt gut genug? Gefällt den Nutzern diese Marke und Community? Liefert das Projekt wirklich Wert und Nutzen?

Gomes sagt außerdem, dass der Markt so stark auf den Zeitpunkt des TGE fokussiert, weil zu viele Projekte kein echtes Produkt haben, keine Einnahmen und keine Fundamentaldaten – und deshalb das Listing als einziges „Bühnenereignis“ nutzen können. Paradex sieht sich jedoch als Unternehmen mit echten Einnahmen und Trading-Geschäft, daher sollte es nicht mit derselben kurzfristigen „Token-Launch“-Logik bewertet werden.

Vom Runaway-TGE zum Governance-TGE

Der Begriff TGE hat im Krypto-Markt im Jahr 2026 bereits einen Bedeutungswandel durchlaufen. Früher war TGE ein wichtiger Meilenstein, mit dem Projekte in Richtung Marktfähigkeit aufbrechen. Doch nach immer wiederkehrenden Listings mit überhöhten Bewertungen, Cashouts der Teams, anschließendem langem Kursverfall und dem Verschwinden der Gründer wurde TGE zu einem Zeitpunkt, den der Markt am stärksten misstraut. Wenn die Community es dann als „Team’s Gonna Exit“ verspotte, heißt das: Die Kryptoindustrie kann nicht länger allein mit Visionen, Narrativen und FDV-Verpackungen Investoren überzeugen.

Wenn TGE ein Ereignis der Vermögensschaffung ist, muss das Team deshalb Institutionen entwerfen, die beweisen, dass es nicht als erstes aussteigen wird. Lock-ups sollten nicht nur eine Zeitbegrenzung sein, sondern an Performance-Meilensteine gekoppelt werden; Transparenz sollte nicht nur ein Marketing-Slogan sein, sondern in einer Offenlegung von Einnahmen und Ausgaben konkret werden; Governance sollte nicht nur Token-Abstimmungen bedeuten, sondern sicherstellen, dass Team, Investoren und Community dieselben Risiken und Ergebnisse tragen.

Gomes’ Kernbotschaft ist sehr klar: Der schlechte Ruf von Kryptowährungen liegt nicht daran, dass Tokens ausgegeben werden, sondern daran, dass zu viele Teams das Ausgeben von Tokens als Endpunkt behandeln. Was das Image von TGE wirklich umdrehen kann, ist, wenn der Markt sieht, dass das Team nach dem Token-Launch nicht so leicht das Feld räumen kann.

Dieser Artikel Die schlechte Reputation von Krypto stammt aus dem Runaway-Token-Launch! Neue Interpretation alter Begriffe: TGE ist Team’s Gonna Exit erschien zuerst auf der Nachrichten-Seite Kettennews ABMedia.

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