Kanada plant ein umfassendes Verbot von Krypto-Geldautomaten: Anteil an der Bevölkerung ist weltweit am höchsten, wird als Schmuggel-/Betrugs-Zufahrtsweg bezeichnet

Die liberale Regierung Kanadas hat einen Plan vorgelegt, der darauf abzielt, sämtliche Krypto-ATM im gesamten Land zu verbieten. Der Grund: Diese Geräte werden von Betrugsgruppen und Geldwäschern in großem Umfang genutzt. Der Vorschlag ist Teil des „Spring Economic Update“ (Frühlings-Update zur Wirtschaft) vom 28. April; der Vorfall wird am 29. April von CoinDesk berichtet.

Begründung für das Verbot: FINTRAC nennt Krypto-ATMs „Zulieferwege für Betrug“

Die Bundesregierung führt als Hauptargumente hinter dem Verbot vor allem Erkenntnisse der Finanznachrichten-Einrichtung FINTRAC an: Bereits im Jahr 2023 habe eine interne Analyse von FINTRAC ergeben, dass Krypto-ATMs „am wahrscheinlichsten als zentraler Kanal bestehen bleiben, über den Betrugsgruppen Zahlungen von Opfern einziehen und Gelder zur Geldwäsche verschieben“. Drei Jahre später wird im Spring Economic Update 2026 diese Einschätzung der internen Analyse offiziell in die politische Zielsetzung aufgenommen. Die Opfer sind überwiegend Senioren—Betrüger lassen sich über Telefon und SMS Anweisungen geben, bei einem physischen Krypto-ATM große Bargeldbeträge einzuzahlen, die anschließend über dieses ATM in Echtzeit in Bitcoin und andere Tokens umgetauscht und dann in die Wallets der Betrüger transferiert werden. Sobald das Bargeld in Kettenmittel umgewandelt ist, ist es nahezu unmöglich, die Gelder auf der Blockchain zurückzuholen.

Der US-Markt kann als Vergleich dienen: Laut jüngsten Statistiken liegen die Verluste der US-Bevölkerung durch Betrug über Krypto-ATMs im Jahr 2025 bei über 333 Mio. US-Dollar. Die kanadische Regierung hat derzeit weder den konkreten Schadensbetrag noch die Zahl der Fälle im Land veröffentlicht, aber die offizielle politische Argumentation zum Verbot geht erkennbar über die Erfahrungen des Nachbarlandes hinaus.

Aktueller Stand in Kanada: ca. 4.000 ATMs, weltweit am meisten pro Kopf, keine spezielle Aufsicht

Kanada verfügt derzeit über rund 4.000 Krypto-ATMs—das ist das Land mit der höchsten Anzahl pro Kopf weltweit. Obwohl die Infrastrukturdichte hoch ist, gab es in Kanada zuvor keinen speziellen aufsichtsrechtlichen Rahmen für Krypto-ATMs: Betreiber müssen lediglich die allgemeinen Registrierungsanforderungen für Geldwäschebekämpfung erfüllen, ohne zusätzliche Identifizierung, Limits oder Verpflichtungen für regelmäßige Prüfungen. Dieser Aufsichtsvakuum-Zustand ist ein entscheidender Grund, warum die Regierung diesmal die Option „direktes Verbot“ statt „stufenweise Regulierung“ gewählt hat.

In der Ausgestaltung der Politik bleibt ein Ausweg: Kanadier können weiterhin über regulierte „stationäre Händler“ (brick-and-mortar) Krypto-Transaktionsdienstleistungen Tokens kaufen. Das bedeutet, dass die künftigen Kaufwege auf konforme Anbieter gebündelt werden, die über manuelles KYC verfügen, in denen Personal eingebunden ist und die eine normale, nachvollziehbare Geschäftsadresse haben—nicht über selbstbediente Automaten an der Straßenecke. Konkrete Umsetzungstermine, die Länge der Übergangsphase sowie die Behandlung der bestehenden ATM-Anbieter (abbauen? umstellen? entschädigen?) werden im Dokument des Spring Economic Update derzeit nicht erläutert.

Wenn Kanada ein landesweites Verbot umsetzt, wäre es unter den G7-Staaten das erste Land, das Krypto-ATMs vollständig abschafft. Für die globale Kryptoindustrie könnte das Signal möglicherweise nicht nur der Verlust eines einzelnen Marktes sein, sondern die langfristige Tragfähigkeit dieser „ATM-Form“ als Produktlinie im regulierten Marktumfeld wird herausgefordert—schließlich basiert das Geschäftsmodell von Krypto-ATMs im Kern auf den drei Eigenschaften „schnell, anonym, bargeldbasierter Soforttausch“, die im Wesentlichen mit Geldwäschevorschriften kollidieren.

Der Artikel Kanada plant ein umfassendes Verbot von Krypto-ATMs: Anteil an der Bevölkerung weltweit am höchsten, als „Zulieferwege für Betrug“ bezeichnet, erschien zuerst auf der Kettennachrichten-Plattform ABMedia.

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