Celsius CRO entgeht Gefängnis; Tornado-Cash-Neuverhandlung steht bevor

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Der ehemalige Chief Revenue Officer von Celsius, Roni Cohen-Pavon, erhielt am 20. November 2024 laut einer Verhandlung zur Strafzumessung vor Richter John Koeltl vom U.S. District Court für den Southern District of New York eine Strafe, die bereits verbüßte Haftzeit umfasste, sowie ein Jahr Bewährung unter Aufsicht.

Cohen-Pavon, der im September 2023 festgenommen worden war, hatte sich schuldig bekannt zu Vorwürfen im Zusammenhang mit der Manipulation des CEL-Tokens von Celsius sowie zu Betrugsvorwürfen im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des Krypto-Kreditgebers im Jahr 2022.

Einzelheiten zur Verurteilung von Celsius

Cohen-Pavon war ursprünglich im Juli 2023 zusammen mit dem früheren CEO Alex Mashinsky angeklagt worden, rund ein Jahr nachdem die Insolvenz von Celsius Milliarden US-Dollar an Kundengeldern ausgelöscht hatte. Zunächst bekannte er sich nicht schuldig zu vier Straftatbeständen, änderte später jedoch sein Plädoyer und stimmte zu, als Teil eines Plädoyers mit den Staatsanwälten zusammenzuarbeiten.

Im Rahmen seiner Vereinbarung erklärte sich Cohen-Pavon damit einverstanden, mehr als 1 Million US-Dollar zu verlieren (einzuziehen/zu verfallen) und eine Geldstrafe in Höhe von 40.000 US-Dollar zu zahlen. Zum Vergleich: Mashinsky erhielt nach seinem Schuldeingeständnis eine 12-jährige Haftstrafe und wurde angewiesen, 48 Millionen US-Dollar zu zahlen.

Cohen-Pavon, ein israelischer Staatsbürger und Einwohner Israels, befand sich während seiner Anklageverlesung außerhalb der Vereinigten Staaten, kehrte jedoch später für die Gerichtsverhandlungen zurück. Er wurde im September 2023 gegen eine Kaution in Höhe von 500.000 US-Dollar freigelassen und blieb während des gesamten Verfahrens Reisebeschränkungen unterworfen. Vor der Urteilsverkündung reichte er einen Brief beim Gericht ein, in dem er Bedauern ausdrückte und versprach, sein persönliches Leben und seinen Ruf wiederaufzubauen.

Tornado Cash-Neuverhandlung: Eine grundsätzlichere Rechtsfrage

Während das Celsius-Verfahren dem Abschluss nahekommt, entwickelt sich ein weiteres großes Krypto-Verfahren in demselben New Yorker Bundesgerichtssystem weiter. Roman Storm, Mitgründer des Krypto-Mixers Tornado Cash, steht nach dem Scheitern der Geschworenen in seinem früheren Prozess vor der Möglichkeit einer Neuverhandlung, nachdem diese bei mehreren Anklagepunkten keinen einstimmigen Beschluss fassen konnten, darunter eine Verschwörung zur Geldwäsche und Verstöße gegen Sanktionen. Bundesstaatsanwälte beantragten im Oktober eine Neuverhandlung und hielten den Fall damit weiterhin aktiv, obwohl es zu einer teilweisen Pattsituation gekommen war.

Anders als bei der Celsius-Anklage, die sich auf Betrug und Marktmanipulation konzentrierte, steht bei Tornado Cash eine umfassendere Rechtsfrage im Mittelpunkt: Ob Entwickler dezentraler Protokolle strafrechtlich dafür verantwortlich gemacht werden können, wie Nutzer mit Open-Source-Software interagieren.

Storm ist weiterhin auf Kaution in Höhe von 2 Millionen US-Dollar auf freiem Fuß, obwohl die Bedingungen seiner Freilassung seine Reise auf bestimmte US-Bundesstaaten begrenzen, darunter New York, Kalifornien und Washington. Ein Bundesrichter genehmigte kürzlich einen Antrag, der es ihm erlaubt, nach Kalifornien zu reisen, um an einer familiären Abschlussfeier teilzunehmen.

Regulatorische Folgen

Die Ergebnisse beider Fälle könnten mitbestimmen, wie Regulierungsbehörden und Gerichte künftig an Kryptowährungsunternehmen herangehen. Der Fall Celsius bestärkt ein Muster, das man in Finanzverfahren häufig sieht: Führungskräfte, die mit Ermittlern kooperieren, erhalten in der Regel mildere Strafen. Allerdings dürfte das vergleichsweise milde Ergebnis trotz der Verluste in Milliardenhöhe an Kundengeldern die Debatte über Verantwortlichkeit im Krypto-Sektor weiter anheizen.

Gleichzeitig könnten die Tornado-Cash-Verhandlungen eine rechtliche Präzedenz schaffen für Entwickler, die an dezentralen Finanz-Tools und datenschutzorientierter Blockchain-Infrastruktur arbeiten. Mit einer möglichen Neuverhandlung, die erwartet wird, könnte der Storm-Fall zu einem der am genauesten beobachteten Rechtsstreits in der Kryptowährungsbranche werden.

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